Tribut an Maximilian Schell

Maximilian Schell feiert am 8. Dezember seinen 75. Geburtstag. Das Filmarchiv Austria würdigt den in Wien geborenen Oscar-Preisträger mit einer umfassenden Personale im Metro Kino.

Zur Eröffnung morgen, Donnerstag (19 Uhr), spricht der Schauspieler und Regisseur über seine Filmarbeit. Ein Tribute gilt ab Samstag (3.12.) außerdem Schells im April verstorbener Schwester Maria. Maximilian Schell ist einer der raren deutschsprachigen Stars des internationalen Kinos. Der Sohn eines Schweizer Schriftstellers und einer österreichischen Schauspielerin, die 1938 mit ihren Kindern in die Schweiz flüchteten, ist eine Vielfachbegabung. Er hat als Schauspieler und Regisseur am Theater, an der Oper und beim Film Erfolge gefeiert. Für seine Rolle des deutschen Verteidigers in Stanley Kramers „Judgement at Nuremberg“ (Das Urteil von Nürnberg) erhielt er 1961 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Mit den Gagen seiner amerikanischen Filme finanzierte er in Europa seine eigenen Projekte.

Die Personale im Filmmuseum startet morgen, Donnerstag, mit Jules Dassins Gaunerkomödie „Topkapi“ (1964). Bis 9. Jänner spannt die Schau dann einen Bogen von Schells Anfängen als Schauspieler in Benedeks „Kinder, Mütter und ein General“ (1955) über seine erste Hauptrolle in Helmut Käutners „Ein Mädchen aus Flandern“ (1956) und sein Kino-Regiedebüt „Erste Liebe“ (1970) bis zu seinen großen Regie-Erfolgen mit „Der Richter und sein Henker“ (1975/78) und dem legendären Marlene Dietrich-Porträt „Marlene“ (1983) sowie seiner bisher letzten Kino-Arbeit, dem Porträt „Meine Schwester Maria“ (2002).

Das ebenfalls bis 9. Jänner laufende Tribute an die vier Jahre ältere Maria Schell, das „Seelchen“ des deutschen Nachkriegs-Kinos, konzentriert sich auf Arbeiten der 50er Jahre, darunter „Die letzte Brücke“ und ihr Hollywood-Debüt „Die Brüder Karamasow“. Zu sehen sind aber unter anderem auch Karl Hartls „Der Engel mit der Posaune“ (1948), „Reise der Verdammten“ (1976), „Superman“ (1978) oder „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ (1979) mit Schell als Mutter von David Bowie.

Außerdem erinnert das Filmarchiv im Dezember (16.-22.) an den fast vergessenen österreichischen Tanz- und Filmstar La Jana. Geboren 1905 in Mauer als Henriette Margarethe („Henny“) Hiebel, avancierte sie nach ihrem Debüt in Leni Riefenstahls „Wege zur Kraft“ mit ihrer knabenhaften Statur und ekstatischen Tanzauftritten zu einer Ikone der Homosexuellen, um die sich, verstärkt durch ihren frühen Tod 1940, Legenden ranken. Die Retro zeigt Filme wie „Der Tiger von Eschnapur“ (1938), „Truxa“ (1937) und „Stern von Rio“ (1940).

Zwei weitere Höhepunkte im Dezember-Programm gelten der Uraufführung des Dokumentarfilms „Unerwünschtes Kino“ von Petrus van der Leet und Armin Loacker am 15. Dezember, und einem Abend mit dem Filmarchivar und Autor Peter Schauer, der am 14.12. einen Einblick in seine rare Sammlung gibt und Kopien präsentiert, die in der Filmgeschichte als verschollen gelten.

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