Traumhafte Kreationen und luxuriöses Museum

Seine Lieblingsfarben waren Rosa und Grau - Farben in denen auch das prächtige Bürgerhaus im normannischen Granville gestrichen ist.

Die dreistöckige Villa des Meisters der Haute Couture, Christian Dior (1905-1957), liegt auf über 50 Meter hohen Felsklippen. Sein Ende des 19. Jahrhunderts errichtetes Elternhaus ist inzwischen das Museum Christian Dior geworden, zu dem jedes Jahr Tausende von Touristen pilgern.

Ende Mai öffnete das 1997 gegründete „Musee Christian Dior“ mit der Ausstellung „Dior, Fauna und Flora“ erstmals seine Türen. Die Idee dazu gab es bereits 1976, als die Vereinigung Christian Dior die Büste eines der größten Modeschöpfer Frankreichs im Garten der Luxus- Villa einweihte. Am 20. Juni 1997 schließlich öffnete das erste Museum in Frankreich, das ausschließlich einem Couturier gewidmet ist. Mit seinen Stuckdecken, Marmorkaminen, Winter- und seinem großen Blumengarten ist es selbst eine luxuriöse Kreation – so wie Diors „New Look“-Modelle.

Originalzeichnungen, Fotografien sowie verführerische Kostüme und Kleider, die seinerzeit weltweit Aufsehen erregten, gehören seitdem zur musealen Sammlung. „Das Museum ist zwar Christian Dior gewidmet, gleichzeitig aber auch der Modegeschichte seit den dreißiger Jahren“, erklärte Anne Hernas, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Musentempels.

Alljährlich Ende Mai wird das Jugendstil-Haus mit einer neuen Ausstellung eröffnet, die erst wieder Ende September schließt. Die Schau im Jahr 1998 „Die Tradition der Eleganz“ beispielsweise zeigte unter anderem zwei legendäre Kreationen Diors – das tiefdekolletierte Cocktailkleid „Pastille“ sowie das reich bestickte, hüftbetonte Abendkleid „Palmyre“. Aber auch einige provozierende Modelle von John Galliano – der Brite übernahm 1996 als Chefdesigner die Nachfolge des Hauses Dior – waren schon zu sehen, wie zum Beispiel das Minikleid „Caradior“ im Panter-Look.

Atemberaubende Modelle von Dior und Galliano sind auch dieses Mal wieder ausgestellt. Neben einem transparenten Tüllkleid, das nur wenig verdeckt, sind Diors eng anliegende Kostüme mit Wespentaille zu sehen sowie viel Leder und Pelz. „Früher war Pelz sehr gefragt. Da stieß man noch nicht auf den Widerstand der Tierschützer“, erzählte ein Organisator der Ausstellung, die sich über die drei Stockwerke des Museums erstreckt. Die kostbaren Modelle schmücken die in Weiß gehaltenen und in dezentes Licht getauchten Räume; teilweise sind sie aber auch hinter Glasvitrinen geschützt drapiert.

Der am 21. Januar 1905 geborene Couturier kreierte eine Linie, die der Frau in den fünfziger Jahren ein völlig „neues Aussehen“ gab:
Dior machte mit der Stoffverschwendung Schluss und steckte die Frau in kurze Röcke und figurbetonte Kostüme und Kleider. „Dior? Er zieht die Frauen nicht an, sondern er tapeziert sie“, spottete die französische Modeschöpferin Coco Chanel, die mit Chic die Frau von einengenden Hüllen befreit hatte. „Die moderne Frau muss nicht alle Symbole der Weiblichkeit über Bord werfen“, konterte der 1957 gestorbene Konkurrent Dior. Er lag damals damit im Trend, wie jetzt auch sein Museum: Jedes Jahr steigen die Besucherzahlen um etwa zehn Prozent an, behaupten die Betreiber.

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