Transrapid in Shanghai eingeweiht

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und der chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji haben am Dienstag in Shanghai die Magnetschwebebahn Transrapid eingeweiht.

Der Magnetzug erreichte auf der 30 Kilometer langen Fahrt vom Zentrum der ostchinesischen Hafenmetropole bis zum internationalen Flughafen die Höchstgeschwindigkeit von 430 Stundenkilometern und legte die Strecke in nur acht Minuten zurück. Den regelmäßigen Passagierbetrieb soll die Bahn erst 2004 aufnehmen.

Ministerpräsident Zhu Rongji hat eine Zusage für den Bau einer weiteren Strecke des Transrapids in China gegeben. Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt der Magnetschwebebahn am Dienstag berichtete Verkehrsminister Manfred Stolpe, Chinas Regierungschef habe sich festgelegt: „Es gibt eine weitere Strecke.“

Vermutlich werde es eine Verlängerung der Flughafenanbindung in Shanghai nach Hangzhou weiter südlich geben, bei der auch die Stätte für die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai eingebunden werde. Es sei von 300 Kilometern die Rede gewesen, berichtete Stolpe. Auch eine Verbindung in die Metropole Nanjing (Nanking) ist im Gespräch. Stolpe sprach von einem „Durchbruch“ und einem „Signal für Deutschland“.

Die Transrapid-Bauer ThyssenKrupp und Siemens erhoffen sich durch die Referenzstrecke schon bald Folgeaufträge in China. In Deutschland sind nach dem Scheitern der Verbindung Hamburg-Berlin zwei Strecken fest geplant: In Nordrhein-Westfalen soll der Magnetzug 79 Kilometer zwischen Düsseldorf und Dortmund überbrücken. Die in München geplante Transrapid-Verbindung soll die Fahrtzeit vom Hauptbahnhof zum 37 Kilometer entfernten Flughafen stark verkürzen. Derzeit streiten beide Standorte aber noch um die Aufteilung der von der Bundesregierung zugesagten 2,3 Milliarden Euro für die HighTech-Bahn.

Schröder wurde während seines am Dienstag beendeten dreitägigen China-Besuchs unter anderen von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Verkehrsminister Stolpe und einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Den Silvesterabend wollte der Bundeskanzler zusammen mit seiner Familie in Hannover verbringen.

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