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Trail of Dead rockten im Wiener Flex

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead rockten das Wiener Flex.
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead rockten das Wiener Flex. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Steht die US-Rockband ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead auf der Bühne, ist es zwar immer noch laut, allerdings muss nicht mehr das Equipment malträtiert werden. Dass ihre hymnischen Songs deshalb nichts an Kraft eingebüßt haben, bewiesen sie am Dienstagabend im Wiener Flex.

Dorthin führte Conrad Keely und Jason Reece ihre aktuelle Europatournee zum kürzlich erschienenen zehnten Album: "X: The Godless Void And Other Stories" ist das erste neue Material seit sechs Jahren der Gruppe aus Texas, was nicht zuletzt mit Keely zu tun hat. Der Musiker lebte fünf Jahre lang in Kambodscha und traf nur für die Konzerte auf seine Kollegen. Seine Rückkehr in die USA hat auch die Songs beeinflusst. "Abschied hat eine große Rolle gespielt", nickte er vor dem Auftritt im APA-Interview. "Diese Melancholie und Nostalgie, die da mitschwingt, ist in die Stücke eingeflossen. Es war unausweichlich, dass diese Stimmung auf die Platte kommt."

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead im Wiener Flex

Was allerdings nicht bedeutet, dass Trail Of Dead schwermütig geworden sind. Der mächtige Opener "All Who Wander" oder das stampfende, von Reece gesungene "Into The Godless Void" behandeln zwar durchaus dunkle Themen, verstehen sich auf musikalischer Seite aber als erhebende Versionen zeitgemäßen Rocks. Insbesondere muss dabei die aktuelle Livebesetzung der Gruppe hervorgehoben werden. Wie etwa der schlaksige Ben Redman immer wieder mit Reece die Plätze an zweiter Gitarre und Schlagzeug tauschte und an den Fellen sitzend seine Vorderleute mächtig antrieb, war eine helle Freude.

Nicht fehlen durften natürlich die Hits aus mittlerweile 25 Jahren Bandgeschichte: Das früh gesetzte "Isis Unveiled" wurde von den Fans begierig aufgesogen, erinnerte mit seinem prägnanten Rhythmus an ein Seemannslied der härteren Gangart, während der das reguläre Set beschließende Klassiker "Another Morning Stoner" die Melodieseligkeit von Trail Of Dead vor Augen und Ohren führte. Dazwischen gab es bei "Caterwaul" reichlich Gelegenheit zum Springen und klang das vom neuen Album stammende "Don't Look Down" wie der beste Foo-Fighters-Song, den Dave Grohl seit Jahren nicht mehr schreiben kann.

"Wir sind schon sehr kritisch, was unsere Songs betrifft"

Zwar saß an diesem Abend nicht jede Gesangsharmonie, aber die Lässigkeit, mit der das Quintett auf der kleinen Flex-Bühne agierte, war ziemlich beeindruckend. Ohnehin scheint das Bauchgefühl bei Trail Of Dead den Ton anzugeben. "Beim Songschreiben musst du die Dinge einfach zulassen", meinte Keely diesbezüglich. "Es geht um das kreative Momentum, das so entsteht. Wenn das runtergespielt oder bewusst manipuliert wird, dann wirft es dich zurück." Wobei sich die Musiker nicht leicht zufriedengeben, wie Kollege Reece ergänzte. "Wir sind schon sehr kritisch, was unsere Songs betrifft. Und letztlich willst du nicht einfach Erprobtes wiederholen, sondern neue Wege gehen."

In gewisser Weise ist das mit "The Godless Void" auch geglückt: Die zwölf Stücke klingen teils wie eine Art Best-Of der Texaner, bestechen durch harte Kante wie das richtige Gespür dafür, wann man sich zurücknehmen muss. Ohnehin war und ist eine der größten Stärken von Trail Of Dead, Stimmungen zu erzeugen und mit eigentlich einfachen Mitteln einen Spannungsbogen aufzubauen, bei dem der Weg wichtiger scheint als die schlussendliche Entladung. Was auch zum Konzert passte: Wo früher schon nach wenigen Stücken mal Instrumente durch die Gegend flogen oder das Schlagzeugset zu Kleinholz verarbeitet wurde, stehen nun ganz einfach die Songs im Mittelpunkt.

"Die Energie ist immer noch da"

"Die Energie ist immer noch da, wir opfern das also nicht", lachte Reece zuvor darauf angesprochen. "Es gibt keine Stühle, auf denen wir sitzen, keine akustischen Gitarren oder so was. Wahrscheinlich versuchen wir einfach, die Balance zu halten. So verkopft man im Studio vorgeht, so sehr lässt man auf der Bühne dann die Sau raus. Wir genießen es ja auch, wenn die Leute richtig abgehen. Immerhin ist es Rock'n'Roll, verdammt noch mal!" Und der hat natürlich seine chaotischen Momente, seine Rückkoppelungsorgien, seine gegen den Strich gebürsteten Soli. ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead, das ist heute dementsprechend beides: unbändige Energie und pointiertes Songwriting mit Ziel.

(APA/Red)

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