Tracking-Software gegen Graffiti-Sprayer

"Graffiti Analysis Intelligence Tracking System" (GAITS) heißt ein Programm, mit dem der US-Kriminologe Timothy Kephart Graffitis den Kampf ansagt.

Das System benutzt digitale Bilder, GPS-Daten und eine umfangreiche Datenbank, um Graffitis zu analysieren und mit deren Erstellern in Beziehung zu bringen.

Taucht ein neues Graffiti auf, so wird es vor der Beseitigung fotografiert und dokumentiert. Anschließend werden die Bilder inklusive GPS-Daten, Datum und Uhrzeit der Aufnahme in eine Datenbank eingespeist. GAITS analysiert die Fotos und vergleicht sie mit älteren Graffitis. Die Software stellt schließlich Zusammenhänge mit anderen Graffitis her, kann sie dem Verursacher zuordnen und somit ein Tracking-Muster des verantwortlichen Sprayers erstellen. Das System wird derzeit von etwa 20 US-Städten in Kalifornien, Nevada und Nebraska eingesetzt. Kephart geht davon aus, dass sich die Anzahl im kommenden Jahr verdoppeln wird. “Verfolgt man die Graffitis, so kann man meistens auch Aktivitäten verfolgen, die mit ihnen einhergehen”, führt Kephart aus.

Wird ein Vandale auf frischer Tat ertappt, so könne er mithilfe der Datenbank mit weiteren Graffitis in Verbindung gebracht und rechtlich verfolgt werden, meint Kephart. Als äußerst hilfreich hätten sich vor allem die GPS-Daten erwiesen. In einem Fall konnte einem Verdächtigen mithilfe von GAITS Graffitis in der Nähe zu seinem Haus, seiner Schule und dem Park, in dem er sich zumeist aufhielt, nachgewiesen werden. Kephart entwickelte GAITS im Rahmen seiner Doktorarbeit. Hierfür analysierte er 450 Graffitis, die von Gang-Mitgliedern erstellt wurden. Er identifizierte hierbei einige Trends und erkannte wiederkehrende Codes, die in den Graffitis enthalten sind, wodurch die Zeichnungen eindeutig zuordenbar werden. Die Software könnte auch in Europa auf Interesse stoßen.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Tracking-Software gegen Graffiti-Sprayer
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen