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Tour-Entscheidung im Zeitfahren

Am Tag vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren der Tour de France ließen die Teams der Topfavoriten einmal mehr Ausreißern den Vortritt.

Der Franzose Sylvain Chavanel setzte sich nach den 165 Kilometern der 19. und drittletzten Etappe von Roanne nach Montlucon vor seinem Fluchtgefährten und Landsmann Jeremy Roy durch. Bernhard Kohl blieb Gesamt-Dritter, 1:33 Minuten hinter Spitzenreiter Carlos Sastre (Spanien). Nur noch 196 Kilometer trennen den Niederösterreicher vom historischen Gewinn des Trikots des besten Bergfahrers.

Sastre sah auf der Fahrt zum geographischen Mittelpunkt Frankreichs keine Chance, den Vorsprung von 1:34 Minuten auf den als besserer Zeitfahrer geltenden Cadel Evans auszubauen. Je eine Bergwertung der dritten und vierten Kategorie waren nicht schwierig genug. “Da war es besser, Kräfte für das Zeitfahren zu sparen”, sagte der Spanier. Vor der 53 km langen Prüfung gegen die Uhr sei er nicht nervös, betonte Sastre. “Das ist der wichtigste Tag meiner Karriere. Ich kann mich als letzter Starter an den Zeiten der Rivalen orientieren, ich werde alles versuchen, um das Gelbe Trikot zu behalten.”

Fünf Fahrer kommen für die Podestplätze in Frage, als Topfavorit gilt der Vorjahrs-Zweite Cadel Evans. Der Österreicher Bernhard Kohl nimmt die Prüfung gegen die Uhr als Gesamt-Dritter in Angriff, ist aber Realist: “Gegen die hinter mir liegenden Zeitfahr-Spezialisten wird’s sehr schwer.”

Ex-Mountainbiker Evans greift nach dem ersten Gesamtsieg eines Australiers in der 105-jährigen Geschichte der “Großen Schleife”. Der 31-Jährige, zweifacher Gewinner der Österreich-Rundfahrt (2001, 2004), hat als Vierter vor dem “Showdown” 1:34 Minuten Rückstand auf den führenden Spanier Carlos Sastre und nur eine Sekunde auf den vor ihm platzierten Kohl. Vom Potenzial her ist der “Aussie” aus dem belgischen Silence-Lotto-Rennstall über seinen spanischen Rivalen zu stellen. Doch Evans warnt. “Das letzte Zeitfahren der Tour kann immer eine Überraschung bringen.”

Evans hat bisher eine Tour-Etappe gewonnen. Den Sieg im Zeitfahren des Vorjahres in Albi bekam er nach Disqualifikation des gedopten Alexander Winokurow aber erst nachträglich zugesprochen. Diesmal geht es weniger um den Tagessieg als um die Gesamtwertung auf dem welligen Kurs in der Auvergne, auf dem drei Steigungen mit Höhenunterschieden von rund 100 Meten zu bewältigen sind. Im Vorjahr hatte Evans dem späteren Gesamt-Vierten Sastre im letzten Zeitfahren 2:33 Minuten abgenommen…

Bernhard Kohl weiß, dass er nach der Papierform wohl keine Chance hat, den dritten Gesamtrang zu halten. Der Rückstand auf Sastre (1:33 Minuten) ist zu groß, der Vorsprung auf Evans (1 Sekunde) und den Russen Denis Mentschow (1:06) wohl zu gering. Vom bisher zweitplatzierten Fränk Schleck (LUX) trennen ihn neun Sekunden.

In der Vorbereitung auf die Tour hat Kohl intensiv am Ausmerzen seiner “größten Schwäche” gearbeitet. Seine Hoffnungen, das unmöglich Scheinende vielleicht doch zu schaffen, beruhen auf harter Arbeit auf der Zeitfahr-Maschine. Da profitierte der Niederösterreicher von den Kenntnissen und den Tipps des Ex-Vize-Weltmeisters Michael Rich, der nun für den Gerolsteiner-Rennstall tätig ist. “Bernhard hat sich sehr verbessert, hat mit Rich speziell an der Position gearbeitet”, erklärte der Sportliche Leiter Christian Henn bei der Tour.

Ausgestattet mit gesteigertem Selbstvertrauen will der 26-jährige Kohl, der sich in den Bergen als großer Kämpfer präsentiert hat, auch im Zeitfahren alles versuchen. “Ich probiere das Letzte aus meinem Körper herauszuholen. Ich habe mich im Zeitfahren verbessert, schauen wir, was rauskommt”, erklärte der Kapitän des Teams Gerolsteiner. Als Gewinner des Bergtrikots ist er bei der Siegerehrung am Sonntag in Paris auf jeden Fall dabei. “Damit habe ich bei der Tour schon mehr erreicht, als ich erwartet habe.”

Der zweite Österreicher im Feld, Bernhard Eisel, will trotz seiner Schmerzen unbedingt das Ziel in Paris erreichen. Er übernahm am Freitag als 145. und Letzter des Klassements die “Rote Laterne” und startet am Samstag (10.20 Uhr) als Erster ins Zeitfahren. Kohl nimmt den etwas mehr als einstündigen Kampf als Drittletzter um 16.20 Uhr in Angriff.

 

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