Tote bei Angriff auf Fabrik im Osten der Ukraine

Ukrainische Angaben: Mindestens 10 Menschen getötet.
Ukrainische Angaben: Mindestens 10 Menschen getötet. ©REUTERS/Lisi Niesner (Symbolbild)
Bei einem russischen Angriff auf eine Fabrik im Osten der Ukraine haben nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Personen ihr Leben verloren.

15 weitere Menschen seien durch den Beschuss des Koks-Werks in der Kleinstadt Awdijiwka verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Die Opferzahl könnte demnach noch steigen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte Kremlchef Putin auf, den Krieg zu stoppen.

Awdijiwka im Osten der Ukraine

Awdijiwka liegt in der Nähe von Donezk, der Hauptstadt der 2014 von prorussischen Separatisten ausgerufenen "Volksrepublik" Donezk. Bereits vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine war die Stadt häufig Ziel von Angriffen.

Appell an Russlands Präsident Putin

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief unterdessen in einem Telefonat das russische Staatsoberhaupt Wladimir Putin dazu auf, die Kämpfe zu stoppen. "Ich habe Russland aufgefordert, seiner internationalen Verantwortung als Mitglied des UNO-Sicherheitsrats gerecht zu werden und diesen verheerenden Angriff zu beenden", teilte sein Büro nach dem Telefonat mit. Macron habe Putin gesagt, dass er über die Situation im Donbass und in Mariupol sehr besorgt sei.

Nach einer wochenlangen Tortur in den Bunkern des von Russland belagerten ukrainischen Stahlwerks Asowstal und in der Umgebung gelangten mehr als 150 Kinder, Frauen, Kranke und Ältere in die Freiheit. Ein von humanitären Helfern organisierter Konvoi, dem das russische Militär freies Geleit zugesagt hatte, erreichte aus Mariupol kommend am Dienstag die Stadt Saporischschja rund 230 Kilometer weiter nordwestlich. Viele Menschen hätten nach zwei Monaten in den Bunkern erstmals wieder Tageslicht gesehen, berichtete die Ukraine-Beauftragte des UNO-Nothilfebüros, Osnat Lubrani.

Ukraine meldet russische Bodenangriffe im Donbass-Gebiet

Kiew meldet neue russische Bodenangriffe im Donbass-Gebiet in der Ostukraine. Die russischen Truppen hätten demnach versucht, weiter von Norden her vorzustoßen, um die dort stationierten ukrainischen Truppen einzukesseln. Einzelne Einheiten aus Panzer- und Infanterietruppen sowie Fallschirmjäger führten entlang der Linie Isjum - Barwenkowe Angriffe durch, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Dienstag mit.

Ukrainischer Generalstab: Russisches Militär konzentrierte Antriffe

"Zur Unterstützung ihrer Aktivitäten haben die Okkupanten aus dem Gebiet Belgorod Batterien der schweren Tjulpan-Mörser mit 240 Millimeter Kaliber und Raketenwerfer vom Typ Smertsch in den Raum Isjum verlegt", hieß es. Zudem habe das russische Militär Angriffe in Richtung Liman, Sjewjerodonezk, Popasna, Awdijiwka und Kurachowe konzentriert, um seine Offensive Richtung Liman Siwersk und Slowjansk voranzutreiben. Über Geländegewinne wurde nichts bekannt. Der ukrainische Generalstab teilte lediglich mit, dass die russischen Angreifer Verluste erlitten hätten. Die russische Seite macht schon seit längerem keine Angaben zu Bewegungen von Bodentruppen.

Nachdem Russland die Ukraine ursprünglich von Norden, Süden und Osten angegriffen hatte, konzentriert die russische Militärführung seit Ende März ihre Angriffe vor allem auf die Ostukraine. Doch die seither erzielten Gebietsgewinne sind für Moskau gering.

(APA/Red)

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