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Total verrückter Punschtest

Symbolbild
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Wie viel Punsch verträgt der autofahrende Mensch? Die APA-Chronik-Redaktion wollte es wissen und stellte sich selbst auf die Probe. Das Experiment: Im geheizten Büro mit selbstgekochtem Punsch. Lesen und staunen Sie

Festlich beleuchtete Stände und Bäume, der Duft von Zimt in der Luft, eisiges Wetter – und Menschentrauben vor Punschhütten: Das ist in diesen fast schon vorweihnachtlichen Tagen ein bekanntes Bild. Nicht selten hört man auch den Stehsatz: „An trink’ ma noch, dann fahr’ ma heim.“

Doch gerade der eine Punsch am Schluss kann auch der eine zu viel sein. Bei einem Test mit einem Alkomaten der Verkehrsabteilung der Wiener Polizei versuchte die APA-Chronik herauszufinden, wie viel des heißen und picksüßen Gesöffs Autofahrer zu sich nehmen können, ohne über die 0,5-Promille-Grenze zu geraten.
Bei einem Test mit einem Alkomaten der Verkehrsabteilung der Wiener Polizei versuchte die APA-Chronik herauszufinden, wie viel des heißen und picksüßen Gesöffs Autofahrer zu sich nehmen können, ohne über die 0,5-Promille-Grenze zu geraten.

Versuchsanordnung höchst unwissenschaftlich

Bei allem Bemühen um Authentizität inklusive Protokollierung von Größe, Gewicht und am betreffenden Tag zugeführten Nahrungsmitteln – die Versuchsanordnung kann nicht wirklich als realistisch angesehen werden. Aus mehreren Gründen: Statt in der Kälte vor dem Stand saßen die Probanden im wohlgeheizten Redaktionsraum, weshalb auch der Punsch weniger schnell auskühlte. Das verlangsamte sicher schon das Trinktempo. Zudem wurde nach jedem Häferl der Promillepegel protokolliert. Das funktionierte jedoch nur, wenn man nach dem letzten Schluck rund 15 Minuten wartete. Im Feld, pardon: am Punschstand kauft man nach dem Leeren eines Bechers normalerweise stante pede den nächsten.

Verwendet wurden ein Beeren- und ein Orginalpunschkonzentrat. Das Beerenkonzentrat mit einem Alkoholgehalt von 22 Prozent wurde im Verhältnis 1:3 gemischt, das andere mit 32 Prozent Alkohol im Verhältnis 1:3,5. Im Endeffekt ergab das einen Alkoholgehalt von 5,5 (im Bierbereich, Anm.) bzw. etwas mehr als sieben Prozent. Zum Vergleich: Punschverkäufer behaupten von ihrem Getränk, dass es etwa acht bis zehn Prozent Alkohol enthalte. Getrunken wurden jeweils Viertelliter.

Keine exakten Ergebnisse

Vorweg: Zu sagen, dass man so oder so viel Punsch zu sich nehmen könne, um gerade noch unter 0,5 Promille zu bleiben, ist unmöglich. Neben Faktoren wie Größe, Gewicht und Geschlecht spielt die Tagesverfassung eine große Rolle. So wurden etwa nach dem ersten Häferl Werte von 0,0 bis 0,18 Promille angezeigt. Eine wesentliche Rolle spielte auch, was wann zuvor gegessen wurde, sowie die relativ großen Zeitabstände zwischen dem Konsum der einzelnen Häferln. Bei den meisten der zwölf Teilnehmer betrug die Zeitspanne vom Austrinken des einen bis zum Leeren des nächsten Bechers etwa 30 bis 45 Minuten.

Die Einsicht kommt zum Schluss

Nicht zuletzt: Laut Alkomat unter 0,5 Promille zu sein bedeutet nicht, fahrtüchtig zu sein. Das subjektive Empfinden sagte bei manchem der Kollegen ganz anderes aus als das Testgerät. So fühlte sich der Autor schon nach einem Häferl einigermaßen beeinträchtigt, während der – einwandfrei arbeitende – Alkomat 0,0 Promille auswies. Viele der Probanden hätten ihr Auto wesentlich früher – spätestens nach dem dritten Häferl – stehen gelassen, als es laut Test notwendig gewesen wäre. Sie fühlten sich subjektiv nicht mehr in der Lage, nach Hause zu fahren. Die 0,5 Promille wären aber erst nach dem vierten oder fünften erreicht gewesen.

Bier- statt Punschtest

Detail am Rande: Ein Kollege absolvierte den Test mit Bier. Nach vier „Seidln“ in eineinhalb Stunden wies er 0,72 Promille auf. Eine weitere Messung 15 Minuten später ergab noch immer 0,66 Promille.

Vor den „verschärften“ Bedingungen für Autofahrer am Punschstand warnten Major Johann Fiegl und Bezirksinspektor Herbert Fleck von der Verkehrsabteilung: „Am Punschstand bleibt es meist nicht beim normalen Punsch. Oft wird dann ein Schnaps dazu getrunken. Die Promille-Kurve geht dann meist senkrecht nach oben.“

Fazit: Don’t drink and drive

Einen Tipp haben die Polizei-Experten: „Wer auf sein subjektives Gefühl vertraut, ist meist auch tatsächlich fahrtüchtig und hat normalerweise am Alkomaten kein Problem. Das gilt aber nicht für Trinker. Diese fühlen sich oft erst mit Alkohol wohl und haben dann eine völlig falsche Selbsteinschätzung.“ Die Beamten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch unter der 0,5-Promille-Grenze die Fahruntüchtigkeit vom Amtsarzt festgestellt werden kann.

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