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Torberg-Schau im Jüdischen Museum

Zum 100. Geburtstag des Autors Friedrich Torberg hat das Jüdische Museum Wien mit "Die Gefahren der Vielseitigkeit" eine Ausstellung konzipiert. Am Dienstag wird sie eröffnet.

Zu sehen u.a. ein Maturafoto Torbergs, der das Durchfallen durch ebendiese Prüfung zum Thema seines Debütromans machte, ein Auszug aus seinem Testament oder ein Mitgliedsausweis des Fanclubs der Wiener Austria.

“Auf dem Papier war er ein böser Mensch, in Fleisch und Blut ein lieber”, schrieb Günter Nenning einst über Friedrich Torberg, der sowohl literarisch als auch als Kritiker politisch polarisierte. Am heutigen Tag (16. September) wäre er 100 Jahre alt geworden. “Er war ein Frühvollendeter”, erzählt Kurator Marcus G. Patka der APA und spielt damit vor allem auf die frühen, später nicht wiederkehrenden Erfolge Torbergs an: Also den tschechischen Staatsmeister in Wasserball 1928 und den frühen Romanerfolg mit dem “Schüler Gerber” (1930).

Auch die Vielfalt an Meinungen über Torberg spiegelt die Schau wieder: “Seinen Freunden ist Torberg seit jeher ein geistreicher Schriftsteller und pointierter Kritiker, ein stets bewusster Jude und Zionist, der nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den Anekdoten seiner ‘Tante Jolesch’ die ‘gute alte Zeit’ wie kein anderer literarisch wiedererstehen lässt”, heißt es im Pressetext zur Ausstellung. Seinen Feinden sei er der Initiator des “Brecht-Boykotts”, dem in der Ausstellung ein eigener Bereich gewidmet ist, und ein “antikommunistischer kultureller Scharfrichter des Kalten Krieges” (ebenfalls anhand von Briefen und Zeitungsartikeln dokumentiert).

Obwohl Torbergs Archiv 1938 verloren ging, birgt sein in der Wienbibliothek befindlicher Nachlass mehr als 50.000 Briefe. Diese bildeten auch einen wesentlichen Teil des wisseschaftlichen Hintergrunds für die Ausstellung, die von Marcus G. Patka und Marcel Atze erarbeitet wurde.

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