Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Tödliche Granatenexplosion: Prozessbeginn

&copy apa
&copy apa
Im Wiener Straflandesgericht beginnt am Dienstag der Prozess um die Granaten-Explosion auf der Höhenstraße, bei der am 20. September 2004 eine 39-jährige Frau ums Leben gekommen ist - ihr Chef soll sie in die Falle gelockt haben.

Im Wiener Straflandesgericht hat am Dienstag einer der Aufsehen erregendsten Mordprozesse der jüngeren Vergangenheit begonnen. Ein 39-jähriger Unternehmer soll seine Sekretärin in eine tödliche Sprengfalle gelockt haben, nachdem diese ihm ihr Haus überschrieben und für den Fall ihres Ablebens eine Lebensversicherung von rund 300.000 Euro vermacht hatte. Die Verhandlung um die Granaten-Explosion auf der Höhenstraße vom 20. September 2004 ist auf vier Tage anberaumt, im Fall eines Schuldspruchs droht dem Mann lebenslange Haft.


Der 39-Jährige war zuletzt als selbstständiger Schuldnerberater tätig, nachdem er wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. So saß er mehrere Jahre wegen eines bewaffneten Überfalls auf das Postamt in Rekawinkel im Gefängnis. Nach seiner Entlassung verdingte er sich zunächst als Kraftfahrer, wobei er unter anderem Hilfstransporte ins damalige Kriegsgebiet im ehemaligen Jugoslawien durchführte. Dort knüpfte er Kontakte zu Waffenschiebern, über die er Granaten und anderes Kriegsmaterial nach Österreich schaffte – offenbar in der Hoffnung, dieses hier Gewinn bringend verkaufen zu können.


Doch das verlief eben so erfolglos wie seine Schuldner-Berater-Firma. Mit 500.000 Euro stand der Niederösterreicher laut Anklage in der Kreide, als im Sommer 2004 nach einem Hangrutsch bei seinem Haus Befestigungsarbeiten zur Hangabsicherung notwendig wurden. Dafür hätte er dringend 60.000 Euro gebraucht.

Sekretärin als “Lösung”
In weiterer Folge skizzierte Staatsanwalt Gerhard Jarosch, wie der 39-Jährige in Gestalt seiner Sekretärin, die ihm hörig gewesen sein soll, angeblich die Lösung seiner Probleme erblickte: Er habe sie „vorsätzlich getötet“, um an das Geld zu kommen, so der Tenor der Anklage.

Bereits mehrere “mysteriöse Unfälle”


Schon im Frühjahr 2004 soll es einen mysteriösen Chlorgasunfall gegeben haben, nachdem der Mann die 39-Jährige gebeten hatte, Reinigungsmittel für einen Pool zu besorgen. Der Staatsanwalt deutete an, dass das bereits der erste Versuch des Mannes gewesen sein dürfte, die Sekretärin zu töten, um an die Erbschaft zu gelangen.


Laut Staatsanwalt hat der Beschuldigte beim Bundesheer als Pionier Kenntnisse im Sprengwesen erworben und – wie sich auf seinem Computer rekonstruieren ließ – zuletzt im Internet über „tödliche Fallen“ und „Bombenbau“ recherchiert. Er soll schließlich die Frau dazu gebracht haben, ihn mit ihrem Wagen auf die Höhenstraße zu begleiten, wo er angeblich Waffen und Kriegsgerät „loswerden wollte“.


Dort lud er auf einem Parkplatz die in Kunststoffsäcken verwahrten Waffen in den Kofferraum ihres Pkw um, mit dem die beiden dann weiter fuhren, um diese – wie er laut Anklage vorgab – neben einem anderen Parkplatz zu deponieren. Dort angelangt, will der Mann Geräusche vernommen haben. Er entfernte sich, um „nachzusehen“. Aus einiger Entfernung forderte er dann Petra M. über sein Mobiltelefon auf, mit dem Ausladen zu beginnen.


Was weiter geschah, liest sich in der Anklageschrift wie folgt:
„Petra M. stand zu diesem Zeitpunkt vor der geöffneten Heckklappe ihres Pkw. Mit der linken Hand stützte sie die ebenfalls nach oben geklappte Hutablage, während sie um die rechte Hand das Ende des schwarzen Müllsackes, in dem sich die Handgranaten befanden, mehrfach umschlungen hatte. Durch die erste Explosion wurde Petra M. sofort getötet. In Folge dieser ersten Explosion wurde eine zweite Handgranate zum Explodieren und eine weitere zum ’Deflagieren’ gebracht.“


Der Niederösterreicher soll die ungesicherte Granate gezielt – vermutlich mit dem Bügel nach unten – auf den Boden des Kofferraums gelegt haben. Trotz abgezogenen Spindes ging diese nicht vorzeitig hoch, weil sie mit einem Sack loser Munition beschwert war. Zur Explosion kam es erst, als Petra M. diesen anhob.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Tödliche Granatenexplosion: Prozessbeginn
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen