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Todesstrafen im Iran nach Wahlprotesten

Amnesty fürchtet Welle von Todesurteilen
Amnesty fürchtet Welle von Todesurteilen ©APA (epa)
Im Iran sind drei Demonstranten zum Tode verurteilt worden, die gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl protestiert hatten. Das meldete die Nachrichtenagentur Isna am Samstag. Am Donnerstag hatte eine regierungskritische Website von einem ersten Todesurteil gegen einen Demonstranten berichtet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die Aufhebung der Todesstrafe gefordert.

Nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Ahmadinejad hatte es im Iran die schwersten Unruhen seit dem Sturz des Schahs vor drei Jahrzehnten gegeben. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden nach amtlichen Angaben 30, nach Angaben von Regierungskritikern 72 Menschen getötet. Etwa 140 Teilnehmer der Protestbewegung müssen sich vor Gericht verantworten.

Amnesty International befürchtet eine Welle von Todesurteilen. Die Menschenrechtsorganisation verwies anlässlich des “Internationalen Tages gegen die Todesstrafe” am Samstag in London auf das erste in der vergangenen Woche gefallene Todesurteil. Der 37-jährige Mohammad-Reza Ali-Zamani habe laut Urteil in “Feindschaft gegen Gott” die Ziele terroristischer Vereinigungen unterstützt. Dabei habe er “Propaganda gegen das System” betrieben, “Heiligkeiten beleidigt” und das Land illegal verlassen, um sich im Irak mit US-Militärs zu treffen. Insgesamt sind mehr als 100 Regierungsgegner angeklagt.

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