Tocotronic erklären "Wie wir leben wollen": Neues Album und Konzerte

Tocotronic melden sich mit neuem Album zurück.
Tocotronic melden sich mit neuem Album zurück. ©EPA
"Wie wir leben wollen" (Universal - VÖ: 25. Jänner) wird das zehnte Studioalbum von Tocotronic heißen. Von der "Rockigkeit" zieht es die deutschen Musiker wieder in die Gefilder der Popwelt.
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Damit begeht die einst zur Hamburger Schule zählende Band im zwanzigsten Jahr des Bestehens eine Art Neubeginn, so Frontmann Dirk von Lowtzow: “Die letzten drei Alben waren eher der ‘Rockigkeit’ verpflichtet.”

Thematisch geht es auf “Wie wir leben wollen” um Körper und Befreiung. “Man kann es hinterher aber immer schwer sagen, wie es zu Themen kam. Beim letzten Album war es die Drastik mit Krieg, Blut und Gewalt. Bei diesem Album hat sich der Themenkomplex Körper, Geschlecht und Krankheit eingeschlichen, und wenn man das einmal bemerkt, dieses Einschleichen, dann kann man es auch forcieren und in diese Richtung weiterforschen”, so Lowtzow.

“Einfach Bier trinken” zum neuen Tocotronic-Album

Dabei wollen Tocotronic mit ihren Inhalten dem Hörer keine Aufgabe stellen: “Man muss dieses Album aber nicht auf diese Themen hin durchforsten, sondern man kann es sich auch einfach anhören und dazu ein Bier trinken.”

Das mit einem Titel wie “Die Revolte ist in mir” der Körper auch eine feindselige Deutung bekommen kann, hat für Lowtzow keine dem Alter zuzuschreibende Genese. “Diese Idee des Körperlichen hat mich auf einer theoretischen Ebene interessiert, wie auch die Aufhebung des Dualismus vom Innen und Außen, in dem sich das christlich-abendländische Denken widerspiegelt. Ich finde es interessant, dies infrage zu stellen, da der Körper doch porös und durchlässig ist.”

Auf dem in zwei Teilen konzipiertem Werk gibt es eine Verbindung, über die Art, wie das Album aufgenommen wurde und das Songwriting als solches, “weil schon relativ früh feststand, dass wir das Album mit dieser ‘veralteten’ Vierspurtechnik aufnehmen werden. So wie die Beatles und Beach Boys ihre Alben in den 60ern aufgenommen haben, was dazu führte, dass das Songwriting doch psychedelischer und ‘ausgefranster’ wurde.”

20 Jahre Tocotronic

Die Band feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Dass man trotzdem noch ein kreatives Moment hat und als Team funktioniert liegt laut Lowtzow an mehreren Faktoren: “Freundschaft ist ein starker Aspekt für den Bandzusammenhalt und nicht zuletzt, dass wir immer ein treues, fantastisches Publikum hatten. Wir haben es den Leuten nicht immer ganz leicht gemacht, aber es war gut.”

In der ersten Jahreshälfte dürfen sich die Fans der Band auf vier Auftritte in Österreich freuen. Am 6. Februar tritt man im Rahmen der “Burg in Concert”-Reihe im Wiener Burgtheater auf, ab 7. April folgen dann Gigs in Graz (Orpheum), Wien (Arena, 9. April) und Linz (Posthof, 10. April).

(Interview: Andreas Westphal/APA)

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