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Tirol weitet Fahrverbote auf Kufstein und Reutte aus

Tirol legt sich mit Autofahrern an
Tirol legt sich mit Autofahrern an ©APA
Nach den für die Wochenenden bis Mitte September verhängten Fahrverboten auf dem niederrangigen Straßennetz nach den Autobahnausfahrten im Großraum Innsbruck geht das Land Tirol nun einen Schritt weiter. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kündigte am Freitag bei einer Pressekonferenz weitere Fahrverbote für die Bezirke Kufstein im Unterland und Reutte im Oberland an.
Fahrverbot in Vorarlberg?

Die Fahrverbote sollen ab dem Wochenende 6. und 7. Juli in Kraft treten und - wie die in der Vorwoche verhängten Maßnahmen im Raum Innsbruck - bis 14. bzw. 15. September andauern. Im Bereich Kufstein soll es laut Platter zu einem Mix aus Fahrverboten und Dosierungen mit sogenannten Dosierampeln kommen. An diesem Wochenende werde die Situation vor allem im Bezirk Reutte genau beobachtet und an gewissen Stellen bei "Gefahr in Verzug" von der Polizei Sperrungen durchgeführt, erklärte der Landeshauptmann bei der Pressekonferenz, an der auch bayerische Journalisten teilnahmen. Von den Fahrverboten ausgenommen sei wie immer der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.

Auch in der Wintersaison geplant

Und Platter ließ keinen Zweifel, dass beabsichtigt werde, die Fahrverbote auch in der Wintersaison fortzuführen. Kein Gast werde daran gehindert, zu seinem Urlaubsort zu gelangen - es gehe nur um den Ausweich- und Durchzugsverkehr.

Die Fahrverbote rund um die, vom Verkehr ohnehin stark belastete, Festungsstadt Kufstein betreffen die Ausfahrt Kirchbichl und die Gemeindestraße zum Krankenhaus bei der Autobahnabfahrt Kufstein-Süd. Insgesamt fünf Dosierampeln werden unter anderem bei der Landesstraße B171, der Tiroler Straße, der Walchseestraße (B 172) und der Wildbichlerstraße (B 175) zum Einsatz kommen.

Ausweichen nicht zulässig

In Reutte werden die Fahrverbote für den Durchzugsverkehr bei den Abfahrten Reutte-Nord und Vils gelten. Sollten bereits an diesem Wochenende Staus in den Ortsgebieten nach diesen Ausfahrten zu verzeichnen sein, werde man reagieren und Sperren durch die Polizei durchführen, so Platter und Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) unisono. Die Maßnahmen könnten "innerhalb von 30 Minuten hochgefahren" werden. Wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens sei daher ein Ausweichen von der Fernpass Straße (B 179) in Fahrtrichtung Süden über Landesstraßen nicht zulässig.

Die im Raum Innsbruck am vergangenen Wochenende bereits angewandten Maßnahmen seien indes evaluiert worden. Sowohl das Land als auch die Polizei zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Der Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann, betonte erneut, dass die allermeisten Fahrzeuglenker Verständnis für die Fahrverbote gezeigt hätten. Eine "Lücke habe man im Zuge der Evaluierung jedoch gefunden - und diese betreffe Landesstraßen im Bereich Sellrain und Axams. Dort würden ab diesem Wochenende deshalb auch Fahrverbote gelten.

"Setzen den Kampf fort"

Die Bezirke Reutte und Kufstein seien vom Ausweichverkehr in der Vergangenheit ebenso belastet gewesen wie der Großraum Innsbruck, argumentierte Platter indes die am Freitag verkündeten Maßnahmen: "Es hat mindestens dieselben Beschwerden gegeben".

"Wir setzen den Kampf gegen den Transitverkehr massiv fort. Die Maßnahmen sind unverrückbar und bleiben bestehen. Es steht alles. Wir lassen uns nicht überrollen", erklärte der Landeshauptmann emotional. Es gehe um die Versorgungs- und Verkehrssicherheit in den Dörfern abseits der Autobahn. "Die Zeit des Diskutierens ist vorbei", richtete er seinen nördlichen Politiker-Kollegen in Bayern und Deutschland aus. Der nördliche Nachbar müsse sich zunächst endlich in Sachen Transitverkehr bewegen - Stichwort Korridormaut - dann könne man sich an einen Tisch setzen.

Überhaupt konnte Platter die Aufregung um die Fahrverbote nicht verstehen. "Die Kritik ist lächerlich. Das sind in Wahrheit marginale Maßnahmen", so der Landeschef. Unverhältnismäßig seien in diesem Zusammenhang einzig und allein die von Deutschland durchgeführten Grenzkontrollen, die einen immensen Stau verursachen würden.

Kritik aus Bayern

Auch Felipe betonte mehrmals, dass es sich um "Dorfstraßen" auf dem niederrangigsten Straßennetz handle, auf denen die Fahrverbote verhängt werden. Das steigende Mobilitätsbedürfnis in unserer Zeit sowie die technische Entwicklung, etwa in Hinsicht auf die Navigationsgeräte, seien "schuld" und würden dazu führen, dass die Straßen abseits der Autobahn komplett überlastet sind - mit Folgen für die Bevölkerung und der Beeinträchtigung ihrer alltäglichen Lebensführung. Da könne man nicht länger zuschauen. Aufregen würden sich indes nur Politiker in Nord und Süd, nicht aber die Bevölkerung. Diese würde, vor allem auch in Bayern, Verständnis zeigen und dieselben Maßnahmen in ihrem Land einfordern.

Die Kritik aus Bayern riss angesichts der neuen Fahrverbote indes nicht ab. "Es ist schon verwunderlich, dass Tirol jetzt erneut mit unabgesprochenen Maßnahmen Fakten schafft", sagte Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Freistaat wolle weiterhin eine gemeinsame Lösung mit Tirol. Vertreter Tirols seien deswegen auch zu Gesprächen Mitte Juli eingeladen.

(APA)

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