Tierschützer-Protest vor rumänischen Botschaft endet mit Verhaftungen

Der weitere Protest vor der Botschaft war unbewilligt, es kam zur Festnahme.
Der weitere Protest vor der Botschaft war unbewilligt, es kam zur Festnahme. ©RespekTiere
Am Wochenende protestierten rund 40 Tierschützer des Vereins RespekTiere in Wien gegen Hundetötungen in Rumänien. Laut Angaben des Vereins endete die  - durchgehend "friedliche" - Demonstration mit der Verhaftung dreier Protestierender. Die Aktivisten erheben nun Vorwürfe gegen die Polizei.
Die Protestaktion

Sprechchöre wie “Rumänien, das M steht für Mord” ertönten am Samstag in der Prinz-Eugen-Straße. Die angemeldete Kundgebung sei laut Verein zunächst friedlich verlaufen, doch nach Beendigung des Protestes seien vier Tierschützer zurückgekehrt und blockierten  das Zufahrtstor zur Botschaft (Proteste direkt vor Botschaften sind untersagt, Anm.)

Verkleidete oder mit Kunstblut übergossenen Aktivisten im Lendenschurz und Hundemaske hielten vor der Botschaft ein Transparent hoch, das die Botschaft ‘Romania – Stop the killing – NOW’ verkündete.

Polizei nahm Aktivisten fest

Nachdem das Botschaftspersonal erfolglos versucht hatte, die Aktivisten zur Räumung zu bewegen, erschien die Polizei mit mehreren Einsatzwagen. Drei der bis auf Lendenschurze nackten Aktivisten wurden schließlich von den Beamten festgenommen. Laut Verein hatten sich die Protestierenden in einem Sitzstreik am Boden befunden, weshalb sie weggetragen werden mussten.

Die Polizei bestätigte am Sonntag die Festnahmen auf Anfrage von VIENNA.AT: “Da die Aktivisten für den weiteren Verlauf des Protests vor der Botschaft nicht angemeldet waren und in dem Bereich demonstrieren zudem untersagt ist, wurden sie schließlich festgenommen,” so Polizeisprecherin Barbara Riehs.

Verein RespekTiere erhebt Vorwürfe

Die drei Aktivisten, darunter eine Frau, wurden in unterschiedlichen Abständen einige Stunden später wieder aus der Gewahrsam entlassen. Nun erhebt der Verein jedoch Vorwürfe gegen die Polizei:

“Unfassbar: Die Polizei entließ die Menschen, nackt wie sie waren, ohne Papiere, ohne Geld, ohne Telefon, in die Kälte der Nacht, mit den hämischen Worten ‘Rufen Sie sich doch ein Taxi’… Besonders die Frau, blutigrot und in Unterwäsche, ohne jegliche
Möglichkeit, jemanden von ihrer Situation zu informieren in solcher Aufmachung buchstäblich eiskalt in die Straßen zu schicken, grenzt sehr an Menschenrechtsverletzung und wird eine Beschwerde nach sich ziehen,” heißt es erbost von Seiten von RespekTiere in einer Aussendung.

Diesen Vorwurf bestätigt die Polizei wiederum nicht. “Dass die Personen nackt auf die Straße geschickt wurde, stimmt nicht. Zudem muss man bedenken, dass die Protestierenden vor ihrer Festnahme aus freiem Willen stundenlang unbekleidet in der Kälte demonstriert haben. Wenn sie sich nicht richtig behandelt gefühlt haben, können sie sich natürlich beschweren – das ist schließlich ihr Recht,” so Riehs weiters.

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