Thema Abtreibung: Stadler zieht KZ-Vergleich

Provokante Aussage des BZÖ-Politikers
Provokante Aussage des BZÖ-Politikers ©APA (Oczeret)
Der BZÖ-Abgeordnete Ewald Stadler hat in der aktuell schwelenden Debatte über die Fristenregelung das Wort ergriffen und dabei Parallelen zum Holocaust gezogen. "Ich halte es mit Bischof Andreas Laun, der gemeint hat, moralisch führen die gleichen Gleise zur Abtreibung und in die Vernichtungslager der Nazis", sagte Stadler in der aktuellen Ausgabe des Magazins "News". Das BZÖ distanzierte sich.

Das Bündnis hielt am Mittwochnachmittag umgehend fest, dass die Äußerung Stadlers in Sachen Abtreibung dessen “persönliche Meinung” widerspiegle. “Wir stellen die Fristenlösung in keiner Weise in Frage”, sagte BZÖ-Generalsekretär Petzner gegenüber der APA. Von SPÖ und Grünen kamen prompt empörte Reaktionen auf Stadlers Sager.

“Unappetitliche Auswürfe einer unheiligen Allianz” sah die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (S) in Stadlers Aussage, der sich auf den Bischof Andreas Laun bezogenen hatte. Die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner warf Stadler vor, “Frauen, die eine schwere Entscheidung getroffen haben, mit dem vorsätzlich geplanten und industriell organisierten Holocaust” zu vergleichen.

Stadler hatte zuletzt auch an der Demonstration von Abtreibungsgegnern gegen die 30-Jahr-Feiern des Wiener Ambulatoriums “pro:woman” teilgenommen. Im Vorfeld dieser Protestkundgebung am vergangenen Donnerstag war auch ein Fax von Abtreibungsgegnern kursiert, in dem gynäkologische Ambulatorien als Massenvernichtungsstätten bezeichnet und mit Konzentrationslagern im Zweiten Weltkrieg verglichen wurden. Frauenministerin Heinisch-Hosek kündigte daraufhin eine rechtliche Prüfung des Vergleichs an.

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