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The Look Of Love - Trailer und Kritik zum Film

Was Rolf Eden einst für Berlin war, stellte Paul Raymond in den 1960ern, 70ern und 80ern für London dar: ein unverbesserlicher Playboy, der mit seinen Clubs und erotischen Angeboten die gesellschaftlichen Konventionen aushebelte und fast spielerisch zum reichsten Mann Englands wurde. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Regisseur Michael Winterbottom skizziert den wahren Aufstieg und Fall des Porno-Barons im Stile einer klassischen Biografie, auch wenn der Werdegang von Raymond (der eigentlich Geoffrey Quinn hieß) alles andere als klassisch war. Ab kommenden Freitag läuft der Film im Kino.

The Look Of Love: Die Geschichte

Wer das Schicksal des schillernden Geschäftsmanns nicht ohnehin kennt, wird recht bald ahnen, dass der Film nicht gut ausgehen wird – auch wenn Winterbottom stilistisch Zurückhaltung übt: Zwar passt sich seine Inszenierung den kollektiven Erinnerungen der jeweiligen Zeit an – anfangs, im Jahr 1958, noch Schwarz-Weiß, später bunt, schließlich weichgezeichnet und dann immer greller -, aber sein Sittengemälde von London in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlässt sich nicht zuletzt auf die famose Musik der Ära, die teils schier unglaublichen Kostüme sowie einen einmal mehr groß aufspielenden Steve Coogan.

Der vielleicht einzige legitime Monty-Python-Nachfolger scheint wie gemacht für die Rolle des eigenwilligen Sex-Unternehmers, denn kaum einem Darsteller gelingt es aktuell besser, spitzbübischen Charme und trockene Ironie mit einem Gespür für die entsprechende Fallhöhe und Dramatik zu verbinden. Als Paul Raymond bewegt er sich souverän zwischen Frauen in Slips mit Federbüscheln in seinen Clubs, schlüpfrigen Komödien in seinen Boulevardtheatern und Softpornoheften wie “Men Only” und “Escort”, bis ihm seine Tochter Debbie schließlich das Herz bricht. Nach ihrem Drogentod 1992 zieht er sich bis zu seinem Tod im Jahr 2008 völlig aus der Öffentlichkeit zurück.

The Look Of Love: Die Kritik

Dieses tragische Ereignis dient Winterbottom (“The Road to Guantanomo”, “9 Songs”) als Dreh- und Angelpunkt seines Biopics, das die wichtigsten Lebensstationen des kultivierten Erotik-Entrepreneurs mit Humor und Coolness durchexerziert – bis hin zu jener Zeit, als Raymond nur noch als “gewöhnlicher Zuhälter” beschimpft wird und nicht bemerkt, wie er langsam zum “Großvater von Soho” mutiert. Gegen Ende ist Raymond allein, die Ehe geschieden, die Liebhaberinnen weg, die Söhne ihm fremd und seine geliebte Tochter tot – der verlorene Blick des reichen Mannes auf den kleinen Fernseher, auf dem frühe Filmaufnahmen zu sehen sind, vermittelt die tragische Dimension des paradiesischen Lebens.

Winterbottom filmte an vielen Originalschauplätzen im ehemalig heruntergekommenen Stadtteil Soho. Neben Steve Coogan agieren Anna Friel (Ehefrau Jean), Tamsin Egerton (Freundin Fiona Richmond) und Imogen Poots als Debbie in dem Film, in dem auch einige von Paul Raymonds Original-Mitarbeitern in Kleinstrollen mit von der Partie sind. “The Look of Love” ist dabei nie nur ein Biopic, sondern auch ein poppiger Blick auf das Swinging London und dessen Entwicklung. Sehr klassisch zwar, aber durchaus auch sehr unterhaltsam.

(APA)

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