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The Lady - Ein geteiltes Herz - Trailer und Kritik zum Film

Eigentlich glänzt sie gern in Actionfilmen. Die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh kennen Kinogänger als Kampfkunst-Schönheit ("Tiger and Dragon") oder als Bond-Girl ("Der Morgen stirbt nie"). Alle Spielzeiten auf einen Blick

Der Regisseur Luc Besson macht die attraktive Darstellerin jetzt zu einer anderen Art Leinwandheldin und legt nach “Johanna von Orleans” einen weiteren zeitgeschichtlichen Film vor: In seiner Biografie über Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verkörpert Yeoh die ebenso sanfte wie charakterstarke Lady, die ihr sicheres Leben im britischen Exil gegen den gefährlichen Politkampf in ihrem Heimatland Burma tauscht.

Aung San Suu Kyi wird oft mit Nelson Mandela verglichen. Lange Zeit wurde sie von Burmas Militärregierung unter Hausarrest gehalten. Meist tritt sie im Seidenkleid auf und trägt eine Orchidee im Haar. Dabei musste sich die zarte Erscheinung einen Kern aus Stahl zulegen. Denn die Entscheidungen, die das Leben ihr aufzwang, würden eigentlich jeden Menschen innerlich zerreißen.

“The Lady”: Polit-Epos über Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi

In seinem Porträt “The Lady – Ein geteiltes Herz” spürt Besson diesen Konflikten in Aung San Suu Kyis Leben nach. Er begibt sich mit ihr auf die Reise nach Burma. Dort will die Tochter des Generals Aung San, der 1947 kurz vor seiner Wahl zu Burmas erstem frei bestimmten Präsidenten getötet wurde, ihre kranke Mutter besuchen. Doch die Nachricht von ihrer Rückkehr verbreitet sich schnell – und Oppositionelle überreden sie, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Sie soll sich als Hoffnungsträgerin an die Spitze von Burmas Demokratiebewegung stellen.

Doch dafür muss sich Suu, wie ihr Gatte Michael Aris sie liebevoll nennt, weitgehend von ihrer Familie verabschieden. Die Militärjunta nutzt die Trennung von ihrem Mann und ihren beiden Söhnen als Druckmittel; wiederholt werden ihnen die zur Einreise nötigen Visa verweigert, Telefonate abgehört und willkürlich abgebrochen.

Als ihr Mann schwer erkrankt, werden die Repressalien für Aung San Suu Kyi unerträglich schmerzhaft. Sie dürfte zu ihm nach England reisen, anschließend jedoch nie mehr nach Burma zurückkehren. Erneut muss sie mit der Entscheidung ringen, ob sie ihr Privatleben für das Schicksal ihres Heimatlandes aufgeben soll.

Bessons Epos ist ein packendes Zeitdokument und eine aufwühlende Biografie zugleich. Das Drama lebt vom berührenden Spiel der Charakterschauspieler Michelle Yeoh in der Hauptrolle und David Thewlis (der Darsteller von Remus Lupin aus der “Harry Potter”-Saga) in der Rolle ihres Ehemanns Michael Aris, der von England aus alles in Bewegung setzt, um sie zu unterstützen.

Der Film kommt zu einer Zeit in die Kinos, in der die demokratischen Bestrebungen – nicht zuletzt aufgrund von westlichen Wirtschaftssanktionen – in dem Land langsam Früchte zu tragen scheinen. Aung San Suu Kyi wurde im November 2010 überraschend aus einem langjährigen Hausarrest freigelassen. Ihre Partei “Nationale Liga für Demokratie” durfte sich an den kommenden Nachwahlen (für 45 der insgesamt 664 Parlamentssitze) beteiligen und triumphierte mit dem Erringen von 43 Mandaten. Die heute 66-jährige Politikerin gewann in ihrem Wahlkreis 90 Prozent der Stimmen.

Mit Aung San Suu Kyis Leinwandbiografie schließt sich Luc Besson nicht zuletzt einer ihrer wichtigsten Bitten an die Weltgemeinschaft an: “Please use your freedom to promote ours” – “nutzt eure Freiheit, um unsere zu voranzutreiben”.

(APA)
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