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The Future's Past - Trailer und Kritik zum Film

Future's Past" tritt die eigentliche Gerichtshandlung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für Kambodscha aber buchstäblich in den Hintergrund. Alle Spielzeiten auf einen Blick

TV-Übertragungen von Sitzungen des Tribunals führen in den Haushalten der drei porträtierten kambodschanischen Familien allerdings zu heftigen Diskussionen zwischen Jung und Alt, zwischen den Geschichten der Überlebenden und den kritischen Fragen der zweiten und dritten Generation nach dem Terrorregime der Roten Khmer von 1975 bis 1979.

Die Story von The Future’s Past

Im Mittelpunkt stehen die Familien der Mädchen Sophir und Sophar, die eine lebt in Paris, die andere in Kambodscha. Dazu kommt noch der junge Mönch Sophany. Auslöser der bohrenden Fragen an sich selbst und an ihre Angehörigen, die Großeltern – “Was hätte ich gemacht?” – “Warum das alles?” – sind die Verhandlungen gegen die Exponenten des Pol Pot-Regimes, die sich in den vergangenen fünf Jahren vor großteils internationalen Richtern für Folterungen und Massenmorde verantworten musste. Der Doku-Streifen beginnt mit dem Blick in die Verhandlung des ECCC (Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia) gegen Kaing Guek Eav alias “Duch”, den ehemaligen Chef des berüchtigten Folterzentrums S-21 in Phnom Penh. “Duch” wurde für rund 14.000 Morde mittlerweile verurteilt, in erster Instanz zu 30 Jahren, nach einer Berufung wurde das Urteil auf lebenslang revidiert.

Der Großvater von Sophir, ein früherer Soldat des US-gestützten Lon Nol-Regimes, das von den Roten Khmer gestürzt wurde, konnte 1975 flüchten, musste aber den Großteil seiner Familie zurücklassen. Heute arbeitet er als Taxifahrer in Paris. Sophir stellt Fragen, mit denen sich der alte Mann selbst manchmal schon beschäftigt haben mag. Bisweilen schleicht sich bei den Kindern und Enkeln der Überlebenden ein resignativer Gesichtsausdruck ein, wenn die “alten Geschichten” kommen. “Glaubst du, was sie uns erzählen?” – “Teils ja, teils nein.” – “Wieso sollten sie uns anlügen?” – “Grab’ dir mal dein eigenes Grab, dann weißt du’s.” – “War man gezwungen, sich Pol Pot anzuschließen?”

The Future’s Past: Ein wenig Stille schadet nicht

Nach Jahrzehnten des Schweigens brechen die zugeschütteten Gräben in den Seelen auf: “Pflanzt den taubstummen Baum vor dem Haus”, hatte der Onkel von Mönch Sophany gesagt, als zu viel Reden Tod bedeuten konnte. Das Schweigen hat – wie in Europa hinsichtlich der Nazi-Gräuel – das eigentliche Regime überdauert. Alle Kambodschaner erwarteten sich Antworten auf die Fragen durch die TV-Übertragungen des Tribunal: “Immerhin hat Duch geweint”, so einer der Überlebenden: “Vielleicht kann man nun erwarten, dass durch die Erfahrungen des Tribunals das nächste Regime vorsichtiger ist”.

Susanne Brandstätter hat zuletzt international hochemotionale Komplexe thematisiert, wie etwa den Kosovo und nun Kambodscha. Sie kommentiert nicht und das tut der 91-minütigen Doku (in den Sprachen Khmer und Französisch, mit deutschen Untertiteln) sehr gut. Ein wenig Stille stört nicht, wenn das Grauen in einfachen Sätzen erzählt wird.

(APA)
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