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The Future

Die Adoption einer Katze bringt das Leben der beiden Mittdreißiger Sophie und Jason durcheinander. Während die Zeit ihnen davon zu laufen scheint, hinterfragen sie ihr Leben und ihre Beziehung und verlieren einander auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Hier geht's zum Trailer

Mit “The Future” legt Miranda July sechs Jahre nach ihrem in Cannes ausgezeichneten Debütfilm “Ich und du und alle die wir kennen” ein in einzelnen Fragmenten entzückendes, aber im Ganzen nur schwer greifbares Zweitwerk vor, bei dem sie erneut Drehbuch, Regie und Hauptrolle übernimmt. Ab Freitag (30. Dezember) im Kino.

30 Tage muss Paw-Paw sich noch gedulden, bis sie gesund ist und aus dem Tierheim abgeholt wird. Was für die verletzte Katze (mittels Julys verstellter Stimme zeitgleich Erzählerin des Films) eine Zeit des Hoffens und der Vorfreude ist, ist für die angehenden Besitzer Sophie (July) und Jason (Hamish Linklater) der Countdown bis zum endgültigen Erwachsenwerden, dem Ende der möglichen Selbstverwirklichung. Bis zu fünf Jahre könnte die Katze bei viel Zuneigung noch leben. “Dann sind wir 40”, weiß Sophie – und “40 ist gewissermaßen 50”, sagt Jason. “Das war’s für uns.”

Der Feststellung folgt der panische Versuch, das eigene Leben umzukrempeln und den Zeitverlauf zu beeinflussen. Während Jason seinen Job für eine IT-Telefonhotline an den Nagel hängt und fortan Bäume gegen den Klimawandel verkauft, setzt sich die tollpatschige Kinder-Tanzlehrerin Sophie mit “30 days, 30 dances” das Ziel, jeden Tag ein Tanzvideo von sich selbst auf YouTube zu stellen. Letztlich zerbricht sie jedoch unter dem Druck, Videos abliefern zu müssen und sucht Veränderung und Beschäftigung in den Armen eines älteren, allein erziehenden Vorstadt-Vaters. Jason hinterfragt indes seine Beziehung in Gesprächen mit einem Grußkartenschreiber, den er über eine Kleinanzeige kennenlernt. So viel Sophie und Jason auch miteinander reden, so kläglich scheitert ihre Kommunikation. Unsicherheit, Angst und falsche Selbstwahrnehmung lässt sie auf der Suche nach sich selbst zunehmend auseinanderdriften – und Paw-Paw vergessen.

Du musst erst dich selbst lieben, bevor du jemand anderen lieben kannst – “The Future” zeigt das nur allzu deutlich. Die Zeit, die Paw-Paw und ihre zwei vermeintlichen Retter so unterschiedlich wahrnehmen, wird neben der Liebe zum zentralen Fokus in Julys Film. Die 37-Jährige zeichnet damit das Bild einer Generation, der Zeit in Unproduktivität zu entgleiten scheint und in ruhigen Momenten mit Zukunftsvorstellungen um die Ohren knallt. “Ich hätte diesen Film nicht in meinen Zwanzigern machen können”, sagt July. Nicht nur das Älterwerden habe sie an das Ende ihres Lebens denken lassen und zu dem Film inspiriert. Auch, dass sie in Regie-Kollegen und Ehemann Mike Mills (“Beginners”) jemanden getroffen hat, “der vielleicht bis ans Ende mit mir sein wird”. Mit Partner, Job und Aktivitäten “geht es nicht länger um Hoffnungen und das, was mal werden kann, sondern: Das ist es dann, das ist mein Leben”.

Aufgesetzt schräg und schwer verständlich wirkt die US-amerikanische Regisseurin, Autorin und Performancekünstlerin Miranda July auf die einen; wie ein direktes Sprachrohr auf die anderen. “The Future” ist als Ganzes nur schwer greifbar – zu angestrengt hilflos in ihren Irrungen wirken die Charaktere an vielen Stellen, wie aus der Welt gegriffen scheinen ihre Gedanken und Entscheidungen. Dem Film fehlt eine nachvollziehbare Narration und am Ende bleiben nur die von Julys Performancekunst beeinflussten Fragmente, die überzeugen – ob ihr Tanz in einem übergroßen T-Shirt oder Jasons Konfrontation mit dem Mond. Julys bezaubernde Subtilität und Kenntnis ihrer Generation zeigt sich nicht zuletzt in Sophies Schritt, das Internet abschalten zu lassen. Damit die Lücken im Alltag, die so oft das Internet schließt, endlich mit Kreativität und Sinn gefüllt werden können. Bleibt zu hoffen, dass Miranda July weiterhin viele dieser Lücken für ihre ganz eigene Art von Sinn bleiben werden.

(apa)

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