Texas führt Rangliste an

Die Zahl der Hinrichtungen in den USA ist in diesem Jahr leicht zurückgegangen. Bundesweit wurden 65 Todesurteile vollstreckt im Vergleich zu 71 im Vorjahr.

Richard Dieter, Direktor des gemeinnützigen Todesstrafen-Informationszentrums in Washington, zog eine positive Bilanz. Nicht nur die Zahl der Exekutionen sei gesunken, sondern auch die Zahl der neuen Todesurteile, sagte Dieter am Freitag. Die Unterstützung der US-Bevölkerung für die Todesstrafe gehe zurück, wie Umfragen zeigten.

Die letzte Hinrichtung für dieses Jahr war am Donnerstag im US-Staat Virginia geplant. Doch die Exekution des 57-jährigen Mörders James Reid wurde verschoben. Seine Anwälte hatten argumentiert, einer der drei bei den tödlichen Injektionen verwendeten Giftstoffe sei besonders grausam, weil er die Atmung blockiere. Mit derselben Argumentation waren in der vergangenen Woche auch in Texas drei Hinrichtungen ausgesetzt worden.

Der Oberste Gerichtshof in Washington gab jedoch sein Einverständnis für die Vollstreckung dieser Todesurteile. Das Gericht will im Sommer nächsten Jahres am Beispiel eines Falles aus Alabama grundsätzlich über die Frage der Giftinjektionen entscheiden.

Seit Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 sind in den USA 885 Menschen hingerichtet worden, die meisten davon in Texas. Präsident Bushs Heimatstaat liegt auch in diesem Jahr wieder mit der Zahl der jährlichen Exekutionen vor allen anderen US-Bundesstaaten. Von den 65 Hinrichtungen fanden 24 im texanischen Staatsgefängnis von Huntsville statt. Dort sitzen zur Zeit 450 Verurteilte in Todeszellen, darunter acht Frauen.

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