Terrorverdächtiger soll "Mustergardist" gewesen sein

Der Terrorverdächtige Maqsood L. soll laut "Falter" ein "muslimischer Mustergardist" gewesen sein.
Der Terrorverdächtige Maqsood L. soll laut "Falter" ein "muslimischer Mustergardist" gewesen sein. ©APA
Laut der Wochenzeitung "Falter" soll ein Terrorverdächtiger während seines Wehrdienstes in Wien ein "muslimischer Mustergardist" gewesen sein. Das Verteidigungsministerium dementiert allerdings.
Österreicher unter Terrorverdacht
Schwechat: Vier Islamisten verhaftet

Der am 16. Mai in Deutschland festgenommene mutmaßliche Terrorverdächtige Maqsood L. soll laut einem Medienbericht während seines Wehrdienstes in Wien ein “muslimischer Mustergardist” und “offizieller Soldatenvertreter” gewesen sein. Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, konnte jedoch den entsprechenden Vorausbericht zu der am Mittwoch erscheinenden Wochenzeitung “Falter” nicht bestätigen. Die Funktion eines “offiziellen Soldatenvertreters” würde gar nicht existieren, auch könne er nicht verifizieren, dass es sich bei L. um einen “Mustergardisten” handelte.

Wie der “Falter” berichtet, soll L. ein “offizieller Soldatenvertreter der muslimischen Rekruten der Garde” und “Verbindungsorgan” zwischen Heer und Muslimen in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien-Hietzing gewesen sein. Als solcher stand er internationalen Medien Rede und Antwort über das Vorzeigeprojekt. Das Ministerium betonte jedoch, dass diese Medienauftritte immer auf “freiwilliger Basis” erfolgten. Auch dass L. ein “muslimischer Mustergardist” gewesen sei, kann Bauer nicht bestätigen. Er sei “einer von vielen” gewesen.

Strenggläubiger Muslim

Weil Bauer den 21-Jährigen L. nicht persönlich kannte, habe er mit dem damaligen Vorgesetzten und Kommandanten L.s gesprochen. Dieser konnte sich aber “nicht einmal mehr an ihn erinnern”, erklärte Bauer. Bei dem jungen Mann soll es sich allerdings um einen “strenggläubigen Muslimen” gehandelt haben, bestätigte Bauer. Er habe damals eine Bestätigung der Glaubensgemeinschaft vorgewiesen, um auch während des Wehrdienstes seine Religion ausüben zu können.

Laut “Falter”-Bericht soll der 21-Jährige in Österreich radikalisiert worden und “kurz nach Ende seiner Wehrpflicht” nach Afghanistan abgetaucht sein, wo er ein Terror-Camp absolviert und gegen die NATO-Truppen gekämpft haben soll. Die Zeitung fragt deshalb das Heeresabwehramt, ob es ausschließen könne, dass die Garde von Islamisten unterwandert ist. Die Antwort eines Sprechers des Verteidigungsministeriums: “Wir können ausschließen, dass wir mit dem Thema leichtfertig umgehen.”

Teilnehmer für Jihad rekrutiert?

Der mutmaßliche Unterstützer der “Deutschen Taliban Mujaheddin” (DTM) MaqsoodL. wurde am 16. Mai aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der österreichischen Justizbehörden wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem Anschlag in Berlin verhaftet. Laut der deutschen Bundesanwaltschaft soll L. im Zusammenhang mit den deutschen Anschuldigungen für die ausländische terroristische Vereinigung DTM versucht haben, Teilnehmer für den militanten Jihad (Heiliger Krieg) zu gewinnen.

Nach Angaben des “Falters” soll es zudem einen “engen Zusammenhang” zwischen L. und Thomas Al-J., einem der vor zwei Wochen in Wien-Schwechat festgenommenen Terrorverdächtigen, geben. Der Wiener Islamist soll L.s Reise in ein afghanisches Terror-Camp organisiert haben. (APA)

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