Terrorverdacht in Frankreich

Bei zwei Razzien hat die französische Polizei am Dienstag insgesamt zwölf mutmaßliche Islamisten wegen Terrorverdachts festgenommen. Drei Männer wurden in Südfrankreich als Kontaktleute eines mutmaßlichen Bombenbauers aus Italien festgesetzt, wie es in Ermittlerkreisen hieß. Beim zweiten Einsatz, der damit nicht im Zusammenhang stand, nahm die Polizei neun Menschen fest und beschlagnahmte unter anderem eine Kalaschnikow.

Die drei Festnahmen im südfranzösischen Marseille und im Raum Bordeaux stehen im Zusammenhang mit einem 24-jährigen Algerier, der am Wochenende in Italien gefasst worden war. In dessen Handy hatte die Polizei nach eigenen Angaben die Nummern der drei Verdächtigen entdeckt. Der Algerier, der im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet kämpfte, wurde von Frankreich gesucht und soll laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA dorthin ausgeliefert werden. Ob die drei Männer in Südfrankreich direkt wegen Terrorverdachts belangt werden können, ist Ermittlern zufolge noch unklar. Womöglich gehe es auch um gefälschte Papiere oder illegale Einwanderung.

Bei dem zweiten Polizeieinsatz ebenfalls in Marseille und in Avignon wurden Waffen, darunter eine Kalaschnikow und eine Pump Gun, sowie Munition beschlagnahmt. Die neun Männer wurden dort auf Anweisung eines Pariser Anti-Terror-Richters festgenommen.

Laut Geheimdiensthinweisen plant das radikalislamische Terrornetzwerk Al-Kaida Anschläge in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Zuletzt hatten die USA, Großbritannien, Japan und Australien ihre Bürger vor einer möglichen Terrorgefahr in Europa gewarnt. In Frankreich herrscht seit Wochen erhöhte Alarmbereitschaft. Ende September hatte die Pariser Polizei den Eiffelturm zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wegen einer Bombendrohung geräumt. Innenminister Brice Hortefeux sprach von einer “realen Bedrohung”

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