Terror-Prozess - "Ich wollte aufschneiden!"

Als "Medienorganisation, deren Ziel die Wahrheit ist", schilderte Mohamed M. die "Globale Islamische Medienfront" (GIMF).

Ein “paar 100 Leute” würden sich an der Internet-Plattform beteiligen, er selbst sei dort zum “Emir” aufgestiegen – allerdings mit Methoden, die ihn seiner Aussage zufolge nun “die Rache dieser Leute fürchten lassen”.

“Sehr vieles, was ich dort im Chat geschrieben habe, stammt nicht aus meiner Überzeugung”, hielt der 22-Jährige fest. Er habe seinen virtuellen Gesprächspartnern teilweise etwas vorgemacht, etwa seinen Vater als “pensionierten Terroristen” bezeichnet oder eine alte Fußballverletzung auf eine Kriegsverwundung im Irak zurückgeführt, den er in Wahrheit niemals betreten habe.

“Ich wollte ihr Vertrauen gewinnen. Ich brauchte Kontakt zu bestimmten Leuten. Ich wollte etwas schaffen. Ich wollte aufschneiden! Ich wollte sie überzeugen, dass ich einer von ihnen bin. Ich bin es aber nicht”, sagte der Angeklagte.

Nun fürchte er ihre Rache und nicht nur um sein Leben, sondern auch um das seiner Frau. Er wolle jetzt nur mehr “in Ruhe leben mit meiner Frau und mich einem Studium widmen.”

Der Mann hatte 2005 ein Wochenende in Damaskus verbracht, um seiner Darstellung zufolge Geld für eine palästinensische Familie zu sammeln, deren Tochter eine kostspielige Herzoperation zu gewärtigen hatte. Nach einem heftigen Streit mit seinem Vater hatte er sein Zuhause in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus verlassen und war über Italien nach Syrien gekommen, von wo er dann ohne Visum in den Iran weiterreiste: Ein Lkw-Fahrer brachte ihn für 200 US-Dollar nach Teheran.

Dort wurde Mohamed M. aufgegriffen und angeblich ins Gefängnis gesteckt. Auf Vermittlung des österreichischen Außenministeriums – der Mann ist österreichischer Staatsbürger – schickten ihn die iranischen Behörden zurück nach Wien.

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