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Terim verlässt die Türkei mit Stolz

Teamchef Fatih Terim wird die türkische Fußball-Nationalmannschaft laut eigenen Angaben "sehr wahrscheinlich" verlassen.

Das bestätigte der 54-Jährige am Mittwochabend nach der bitteren Halbfinal-Niederlage seines Teams bei der EURO 2008 gegen Deutschland (2:3) in Basel.

Terim dürfte sein Glück neuerlich bei einem europäischen Club versuchen. 2000/01 hatte der Türke bereits den AC Fiorentina betreut, beim AC Milan wurde der “Imperator”, wie er in seiner Heimat genannt wird, 2001 schon nach wenigen Monaten unehrenhaft entlassen. “Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich wieder zu einem Club nach Europa gehe”, erklärte Terim, dessen Vertrag mit dem türkischen Verband noch bis 2010 gelaufen wäre.

Der Erfolgstrainer ist ein Sinnbild für den Aufstieg des türkischen Fußballs. 1996 hatte Terim die Türkei erstmals zu einer EM-Endrunde geführt, 2000 gewann er mit Galatasaray Istanbul im Elferschießen gegen Arsenal den UEFA-Cup – der erste Europacup-Sieg einer türkischen Mannschaft überhaupt. Seine Philosophie ist einfach: “Die Spieler müssen Spaß daran haben, was sie tun. Und sie müssen mit Herz bei der Sache sein.”

Herz, das hat Terim in seiner Karriere immer gezeigt. 51 Mal hatte der Sohn eines Pistazienverkäufers aus Adana zwischen 1975 und 1984 selbst den türkischen Teamdress getragen, ehe er bereits mit 40 Jahren zum Teamchef avancierte. Verbandspräsident Hasan Dogan will den “Imperator” in seiner zweiten Amtszeit nach 1993 bis 1996 unbedingt halten. “Ich habe aber schon einmal gesagt, dass ich wohl nicht mehr in der Türkei weiterarbeiten werde”, erklärte Terim. “Und ich bin ein Mann, der seine Versprechen einhält.”

Vor einer endgültigen Entscheidung, die erst in den kommenden Tagen fallen soll, will der Teamchef noch einmal mit der Verbandsspitze sowie mit seinen Spielern sprechen, die ihm eine unvergessliche EURO 2008 beschert hatten. “Ich bin extrem stolz auf meine Spieler. Ihr Wille, ihre Taktik und ihre Leistung haben gezeigt, was für ein großartiges Team sie sind”, sagte Terim nach dem unglücklichen EM-Aus.

Die Türken hatten dem Turnier mit Terims Handschrift und ihren dramatischen Comeback-Siegen wie kein zweites Team ihren Stempel aufgedrückt. Terim wurde dafür in seiner abschließenden Pressekonferenz sogar von den internationalen Medienvertretern beklatscht. “Ich hoffe, dass wir auf diesen Erfolg aufbauen können”, sagte der scheidende Teamchef. “Wer auch immer nach mir kommt, ich hoffe, dass er aus diesem Team einen Champion macht.” Fatih bedeutet auf Arabisch “Eroberer”. Mit den Herzen der Fußball-Welt ist es ihm bei diesem Turnier gelungen.

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