Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Tempo 80 auf Landstraßen?

&copy APA
&copy APA
"Erfahrungen anderer Länder bestätigen einen Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit. Eine Absenkung des Tempolimits auf Freilandstraßen von 100 km/h auf 80 km/h ist auf jeden Fall zu empfehlen".

Dies sagte Bernd Skoric, Leiter der Arbeitsgruppe Planung und Verkehrssicherheit in der Österreichischen Forschungsgesellschaft Straße – Schiene – Verkehr (FSV), im Rahmen eines zweitägigen Symposiums in Wien bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Verkehrsexperten aus sieben Ländern trafen in Wien zum Erfahrungsaustausch zusammen. Innerhalb der EU haben Deutschland und Österreich mit Tempo 100 die höchste Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen und neben Slowenien und Belgien die meisten Unfälle mit Personenschaden. 32 Prozent aller Verkehrsunfälle in Österreich ereignen sich auf Landstraßen, 60 Prozent aller getöteten Verkehrsteilnehmern sind dabei zu beklagen: „Eine Absenkung des Tempolimits würde bis zu 80 Todesopfer weniger pro Jahr bedeuten“, errechnete die FSV.

Doch nicht nur die Verkehrssicherheit könnte durch eine Geschwindigkeitsreduktion erhöht werden: Der Schadstoffausstoß ginge ebenso zurück wie die Kosten für Straßenreparaturarbeiten, auch die Lärmbelästigung wäre geringer: “100 Autos mit Tempo 100 sind so laut wie 140 Autos mit Tempo 80.“ Die Nachteile hielten sich hingegen in sehr engen Grenzen: „Man braucht mit 80 Stundenkilometern pro Kilometer neun Sekunden länger.“ Außerdem solle es natürlich Ausnahmen von der Regel geben: Auf gut ausgebauten Straßen soll weiterhin Tempo 100 gestattet sein.

Die Erkenntnisse des Symposium sollen der neuen Regierung vorgelegt werden, die FSV rechnet aber mit einem längeren Prozess bis zur Umsetzung ihrer Empfehlung. Hindernisse und Schwierigkeiten ortet Skoric bei den Autofahrerclubs und Politikern, „die Angst vor ihrer Meinung nach unpopulären Maßnahmen haben“. Dabei empfiehlt sich ein Blick über die Landesgrenzen in die Schweiz. Dort wurde Tempo 80 bereits 1985 verordnet und 1989 von einer Mehrheit in einer Volksabstimmung bestätigt. „Auch in der Schweiz gab es lange Diskussionen. Bei der Volksabstimmung waren 63 Prozent der Befragten für Tempo 80, mittlerweile sind es bereits 90 Prozent.“ Ein Vorgehen wie in der Schweiz, wo die Anzahl der Verkehrstoten seit der Geschwindigkeitsreduktion um 17 Prozent zurückgegangen ist, lehnt Skoric für Österreich aber ab: „Wir würden gerne vorher diskutieren und dann erst verordnen.“

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Tempo 80 auf Landstraßen?
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen