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Telefonica zieht sich aus Österreich zurück

In Deutschland gibt mobilcom seine 8,4 Mrd. Euro teure Lizenz zurück, und die spanische Telefonica verabschiedet sich aus Österreich.

Nach dem Platzen der Träume um die neue Mobilfunkgeneration UMTS kommt es in Europa zu einer Marktbereinigung.

mobilcom gibt als erstes Unternehmen in Deutschland seine UMTS- Mobilfunklizenz an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zurück. Dies hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, erklärte mobilcom am Dienstag in Büdelsdorf.

Damit sei mobilcom frei, als Service-Provider auch ohne eigenes Netz UMTS-Dienste anzubieten und an dem entstehenden Markt teilzuhaben. Mit der Lizenz wäre dies nicht möglich gewesen, da Lizenzinhaber nicht zugleich Service-Provider sein dürfen.

Von den sechs Lizenznehmern wird neben mobilcom auch der Anbieter Quam seine UMTS-Berechtigung zurückgeben müssen, da er die Vorgaben nicht erfüllen kann. Dazu gehört, dass ein Lizenzinhaber bis Ende Jahr 25 Prozent der Bevölkerung abdecken muss.

mobilcom gibt sich nicht ganz geschlagen

Eine Rückerstattung des Kaufpreises ist in den Lizenzbedingungen nicht vorgesehen. Nicht vorgesehen und daher auch nicht geregelt ist jedoch eine freiwillige Rückgabe der Lizenz. Deshalb überlegt sich mobilcom nun rechtliche Schritte.

Ausgleichsansprüche wies die Regulierungsbehörde indes zurück. Sie seien nicht begründet, weil die Bundesrepublik Deutschland als Lizenzgeberin alle Verpflichtungen im Rahmen der Auktion erfüllt habe. mobilcom dagegen verzichte aus eigener unternehmerischer Entscheidung auf die Lizenzrechte.

mobilcom hatte die Lizenz im Sommer 2000 mit Unterstützung der France Télécom ersteigert und unter der Führung der Firmengründers Gerhard Schmid mit dem Aufbau eines UMTS-Netzes begonnen. Nach heftigem Streit, der das Unternehmen im vergangenen Jahr an den Rand des Abgrunds führte, stieg mobilcom aus dem UMTS-Projekt wieder aus und trennte sich von Schmid.

Telefonica sagt Servus

Auch in Österreich hat sich am Dienstag ein UMTS-Lizenznehmer zurückgezogen. Der spanische Telefonkonzern Telefonica verkauft seine beiden Frequenzpakete mitsamt seiner Tochter 3G Mobile Telecommunications an Mobilkom Austria. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Telefonica führte als Begründung für ihren Rückzug „ein zu geringes Potenzial für eigenes Wachstum als sechster UMTS-Operator in einem Land mit knapp über acht Millionen Einwohnern” an. Das Unternehmen hatte die österreichische UMTS-Lizenz im November 2000 für 117 Mio. Euro ersteigert. Heute soll sie noch rund 17©Mio.©Euro Wert sein.

Rückzug auch aus der Schweiz?

Diese Transaktion ist laut Telefonica der erste Verkauf im Bereich UMTS in Europa und könne den Weg für weitere Vereinbarungen zwischen Anbietern öffnen. Die Gesellschaft verfügt auch in der Schweiz über eine UMTS-Lizenz, welche sie für 50 Mio. Fr. erworben hatte.

2002 hat Telefonica die Investitionen in ihre UMTS-Projekte in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz wegen ungenügender Rentabilitätsaussichten und technischen Problemen aber eingefroren. Am Schweizer Sitz der Telefonica konnte zu einem möglichen Verkauf der Schweizer Lizenz keine Aussage gemacht werden.

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