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Teilgeständnis: 59-jähriger Wiener lebte als "Simulant" in Spitälern

Einem 59-jährigen Wiener werden Sozialbetrügereien größeren Umfangs vorgeworfen: Wie die Polizei am Montag mitteilte, ließ sich der Mann seit 1995 immer wieder in Spitälern behandeln, wobei der beim Simulieren von Verletzungen und Krankheiten sehr einfallsreich war.

Der Gesamtschaden wird mit knapp 300.000 Euro angegeben.

Die Festnahme des 59-Jährigen erfolgte bereits im Jänner, nachdem er mit Verdacht auf eine Schädelverletzung, die er angeblich bei einem Sturz erlitten hatte, ins LKH Mürzzuschlag eingeliefert worden war. Eine genaue Untersuchung und auch eine Schädelcomputertomographie ergaben jedoch keine Hinweise auf eine Verletzung. Als der 59-jährige bei der eingehenden Befragung durch den behandelnden Arzt widersprüchliche Angaben machte, erstattete der Mediziner die Anzeige.

Die Polizei Mürzzuschlag konnte nun nach umfangreichen Ermittlungen dem Verdächtigen insgesamt 148 Betrugshandlungen seit 2005 in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg und in der Steiermark nachweisen. Innerhalb dieser drei Jahre wurde der 59-jährige in 162 Spitälern 542 Tage stationär und 68 Tage ambulant behandelt. Zudem hat der Verdächtige 16 Mal Rettungseinheiten missbräuchlich in Anspruch genommen. Geständig ist der 59-Jährige allerdings nur in 59 Fällen.

Aufgrund von konkreten Hinweisen geht die Polizei davon aus, dass der Verdächtige mit dem Vortäuschen von Verletzungen und Krankheiten, wie Sturzverletzung, Nierenkolik, Gastritis, Hörsturz, Blutzuckerentgleisung, Migräneanfall, Kopfschmerzen etc., aber auch durch manipulierte Harn- und Stuhlproben sich die Krankenhausaufenthalte bereits seit 1995 erschlichen hat. Diese Betrügereien in unbekannter Höhe dürften in den Bundesländern Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg gesetzt worden sein.

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