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Teamchef Koller freut sich auf "Finale" gegen Schweden

Teamchef Marcel Koller jubelt mit der Mannschaft nach dem Tor zum 1:0 am Dienstag
Teamchef Marcel Koller jubelt mit der Mannschaft nach dem Tor zum 1:0 am Dienstag ©APA
Trotz der Euphorie nach dem 1:0-Heimerfolg über Irland war Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller um eine sachliche Analyse jenes Sieges bemüht, der die ÖFB-Auswahl im Rennen um die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien hielt.
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Der Schweizer sprach am Tag danach von verdienten drei Punkten, bemängelte aber auch die eine oder andere schwächere Phase seiner Mannschaft.

“Wir haben in der ersten Hälfte nicht das gespielt, was wir wollten und waren ein bisschen verunsichert. Es hat nicht geklappt, dass wir uns in der gegnerischen Hälfte festsetzten. Erst nach 10, 15 Minuten in der zweiten Hälfte hat das funktioniert”, kritisierte der 52-Jährige.

Österreich kann das WM-Ticket wohl aus eigener Kraft lösen, dennoch ist Koller allzu großer Optimismus fremd – im Gegensatz zu vielen Österreichern. “Ich kenne die österreichische Mentalität”, versicherte der Teamchef. “Wir glauben, das Schiff ist bereit, der Flieger ist gestartet und wir fahren nach Brasilien.”

Unentschieden als Minimalziel

Bei allen Warnungen vor überzogenen Erwartungen überwog aber naturgemäß die Freude über ein “Endspiel” in Schweden um den zweiten Gruppenplatz. “Finalspiele sind dazu da, um gewonnen zu werden”, betonte Koller. Unter Siegzwang sieht er seine Mannschaft am 11. Oktober in Solna aber nicht. “Wir müssen gegen Schweden etwas mitnehmen, um dabei zu bleiben – einen Punkt oder drei Punkte”, meinte Koller.

Auch bei einem Unentschieden gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. bliebe die Play-off-Chance am Leben, allerdings wäre man dann von der Schützenhilfe Deutschlands und günstigen Ergebnisse in anderen Gruppen abhängig. Darauf will es Koller nicht wirklich ankommen lassen. “Die Schweden sind drei Punkte vor uns und wir wissen nicht, ob sich die Deutschen in ihrem letzten Spiel noch einmal voll reinhauen werden. Deswegen müssen wir auf uns schauen.”

Triste Auswärtsbilanz

Das Interesse der österreichischen Fans an dieser Partie ist groß – bis Mittwochvormittag waren 1.500 der 5.000 dem ÖFB zustehenden Tickets verkauft. Die mitreisenden Anhänger werden eine Mannschaft zu sehen bekommen, die auf Sieg spielt. “Wir gehen in jedes Match, um zu gewinnen”, beteuerte Koller.

Dass aber ein Auswärtssieg gegen die Skandinavier ein äußerst kompliziertes Unterfangen wird, ist dem 52-Jährigen allein schon bei einem Blick auf die triste ÖFB-Auswärtsbilanz bewusst. “Es wird sicher schwierig werden, das wird auch eine mentale Sache. Wir müssen uns etwas zutrauen und dürfen nicht ängstlich sein.”

Besonderes Augenmerk wird auf Schwedens Superstar Ibrahimovic gelegt. “Am besten wäre es wahrscheinlich, wir spielen gegen ihn zehn gegen einen”, scherzte Koller. “Beim 2:1 in Wien haben wir das gegen ihn ganz gut gemacht. In Schweden wird es schwieriger, nichtsdestotrotz wollen wir dieses Problem lösen.”

Publikum als zwölfter Mann

Bevor sich Koller eingehend damit beschäftigt, wie Ibrahimovic zu stoppen ist, genoss er noch einmal das Gefühl des Sieges. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang den enthusiastischen Fans im Wiener Prater. “Das war eine fantastische Stimmung, eine Gänsehautatmosphäre. Das Publikum war der zwölfte Mann, und das hat die Mannschaft gespürt”, erklärte der Teamchef, der nach dem Schlusspfiff von den Anhängern mit Sprechchören gefeiert wurde. “Leider habe ich das in der Emotion nicht mitbekommen und deswegen nicht zurückgewunken. Dafür möchte ich mich entschuldigen”, sagte Koller.

Die Emotionen schäumten auch in der 84. Minute über, als David Alaba das erlösende 1:0 erzielte und schnurstracks zum Nationaltrainer sprintete. “Ich habe mich gefreut, er hat sich gefreut, unsere Augen haben sich getroffen und er ist zu mir rausgelaufen”, beschrieb Koller die Situation.

Die Bedeutung des Bayern-Legionärs für das ÖFB-Team könne gar nicht hoch genug einschätzt werden, betonte der Schweizer. “Er ist für uns mit seinen Toren, aber auch als Mensch wichtig. Für mich ist Weltklasse mehr, als nur Tore zu schießen. Das betrifft auch den Umgang außerhalb des Platzes, und da ist er auf einem guten Weg.”

Alaba noch nicht “Weltklasse”

Als “Weltklasse” wollte Koller seinen herausragenden Spieler (noch) nicht bezeichnen. “Dazu fehlt ihm noch ein bisschen Erfahrung, aber die wird er bekommen.” Denkmal müsse man Alaba keines errichten. “Er gibt sich auch nicht so, dass er gerne ein Denkmal hätte”, meinte der ÖFB-Coach und schwärmte in höchsten Tönen vom Wiener. “Es ist nicht normal, dass ein 21-Jähriger schon auf so vielen Positionen gespielt hat. Gegen Irland war er auf einer Position, die er schon lange nicht mehr gespielt hat, und er hat das hervorragend gelöst.”

Sonderlob gab es auch für Christoph Leitgeb, der nach seiner Einwechslung zur Pause für frischen Wind sorgte. “Er ist fußballerisch hervorragend und hat eine gute Wahrnehmung, auch wenn er nicht der Lauteste ist. Beim Pressing kann er den Knoten lösen”, sagte Koller.

Vor dem abschließenden WM-Quali-Doppel hofft der Teamchef auf mehr Spielpraxis für den Steirer bei Red Bull Salzburg. “Er muss seine Leistung auch jeden Tag beim Club zeigen und nicht über den Trainer jammern, sondern jeden Tag Gas geben.”

Mit Arnautovic zufrieden

Auch mit Marko Arnautovic und Marc Janko, den weiteren eingewechselten Spielern, war Koller zufrieden. “Sie haben beide Schwung gebracht.” Bei Arnautovic sieht sich auch Koller selbst in der Pflicht. “Ich muss versuchen, sein volles Potenzial abrufen zu können. Jetzt hoffe ich in der Zeit bis zu den nächsten WM-Quali-Spielen, dass er in England regelmäßig spielt und sich weiterentwickelt.”

Vor den abschließenden Quali-Partien könnte auch schon die Entscheidung über Kollers Zukunft gefallen sein, schließlich dürften demnächst Gespräche mit ÖFB-Präsident Leo Windtner über eine Vertragsverlängerung anstehen. “Ich denke, vor den nächsten Spielen werden wir uns treffen, aber wir haben keinen Zeitdruck”, betonte der Teamchef.

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