Team Stronach-Spitzenkandidatin Jessi Lintl im Interview zur Nationalratswahl

VIENNA.AT hat Jessi Lintl zum Interview getroffen.
VIENNA.AT hat Jessi Lintl zum Interview getroffen. ©Vienna.at/ Lukas Krummholz
Vor der Nationalratswahl haben wir die Spitzenkandidaten zum Interview gebeten. Was sich die Spitzenkandidatin des Team Stronachs, Jessi Lintl, von der Wahl im Herbst erwartet, hat sie VIENNA.AT im persönlichen Gespräch erzählt.

Vienna Online: Wie lautet das Wahlziel ihrer Partei für die Nationalratswahl 2013?

Jessi Lintl: Wir haben das Wahlziel mit zehn Prozent für Wien formuliert.

Was war Ihr Anreiz Politikerin zu werden?

Ich möchte mich gerne einsetzen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Einerseits für die Wirtschaft, für soziale Anliegen und für Bildung.

Und haben Sie bisher etwas in diesem Bereich bewirken können?

Ich habe mich immer eingesetzt, für die Wirtschaftstreibenden, für die Unternehmer. Das ist das Allerwichtigste, denn nur gesunde Unternehmen können Arbeitsplätze garantieren.

Wie nutzen Sie das Internet und soziale Medien im Wahlkampf?

Wir haben eine Facebook-Seite, die von allen Parteien die meisten Likes hat. Darauf sind wir sehr stolz und wir schauen natürlich, dass wir über Facebook viele Leute erreichen.

Und wie genau machen Sie das?

Wir posten aktuelle Dinge und schauen, dass wir da zu einer Diskussion kommen.

Sprechen wir über das Wahlprogramm: Was sind die wichtigsten Eckpunkte des Team Stronachs?

Bundesweit sind die wichtigsten Eckpunkte: Die Staatsschulden senken, die Verschwendung senken, eine gesunde Wirtschaft zu haben, Schuldenabbau, Arbeitsplätze schaffen und ein Sozialsystem zu schaffen, das die Schwächsten in der Gesellschaft unterstützt. In Wien ist uns besonders die Stärkung des Wirtschaftsstandortes wichtig. Wir müssen schauen, dass die Wirtschaft floriert, wir müssen Arbeitsplätze schaffen. Und wir müssen schauen, dass die jungen Leute entsprechend gut ausgebildet sind, dass sie gut qualifiziert sind für Lehrstellen und diese möglichen Arbeitsplätze.lintl_interview

Welche dieser Themen – Sie haben die jungen Leute schon angesprochen – ist denn besonders auf ältere bzw. jüngere Generationen abgestimmt?

Wir wollen unbedingt Chancen für die Jungen schaffen. Eben durch Bildung, durch Arbeitsplätze, durch leistbares Wohnen. Und wir wollen aber dabei schauen, dass die Pensionen sicher sind. Die müssen garantiert sein. Wobei wir schon finden, dass die Pensionsprivilegien kein Tabu sind. Das muss man anschauen dürfen.

Vienna Online: Unterscheidet sich der Wahlkampf in Wien von dem in anderen Bundesländern?

Der Wahlkampf unterscheidet sich dadurch, dass wir mehr Leute mit Migrationshintergrund ansprechen in Wien.

Vienna Online: Wie wird das genau gemacht?

Wir haben spezielle Veranstaltungen für diese Zielgruppen, wir haben Kooperationen mit Medien, die die ansprechen. Wir sind zum Beispiel stark im “Biber” vertreten. Frank Stronach gibt auch immer wieder Interviews und ist auch im persönlichen Kontakt. Er ist ein großes Vorbild für Menschen, die in Österreich leben wollen. Auch er ist ausgewandert, weil er für sich keine Chancen gesehen hat. Und dadurch ist er ein Vorbild für Migranten, die nach Österreich kommen.

Vienna Online: Er ist dann aber zurückgekehrt, das ist das Interessante daran.

Das ist das Interessante. Weil er für Österreich etwas tun wollte, seine Heimat liegt ihm sehr am Herzen und er wollte hier etwas verbessern.

Wenn Sie ein Thema umsetzen könnten, dass die Lebensqualität in Wien verbessert, welches wäre das?

Also die Lebensqualität in Wien liegt in allen Rankings ganz weit oben. Ich glaube wir müssen nicht etwas für die Lebensqualität tun, wir müssen schauen, dass die Menschen sich das Leben leisten können. Die Lebenshaltungskosten steigen, die Mieten steigen ständig und es hat viel mit Lebensqualität zu tun, wenn man sich das Leben leisten kann.

Können sich die Menschen in Wien das Leben denn nicht leisten?

In zunehmendem Maße nicht, nein. Es leben immer mehr an der Armutsgrenze.

Vienna Online: Welche Koalition wäre für Sie ein „Albtraum“?

Jede Koalition mit der FPÖ wäre für mich ein Albtraum.

Vienna Online: Wieso?

Die Partei gefällt mir nicht.

Vienna Online: Großes Thema derzeit: Sind Sie für eine Offenlegung der Politikergehälter? Und würden Sie Ihr Gehalt schon vorab verraten?

Ja, natürlich. Die Politikergehälter sind aber bereits öffentlich. Für jede öffentliche Funktion können Sie das Gehalt im Internet finden.

Dürfen wir Sie dann ganz direkt fragen, was Sie verdienen?

Meine öffentliche Funktion ist Bezirksvorsteherstellvertreterin und die Bezüge dafür sind im Bundesgesetzblatt gesetzlich festgelegt und für jeden einsehbar.

Aber gleichzeitig sind Sie Kandidatin für das Team Stronach. Was verdienen Sie da?

Als Kandidatin beziehe ich kein Gehalt.

Wie lautet Ihre Prognose für die Nationalratswahl 2013?

Ich hoffe natürlich, dass das Team Stronach so stark wie möglich wird und dass wir die große Koalition, die schon seit vielen Jahrzehnten in Österreich besteht und nicht viel weitergebracht hat, verhindern können.

Vienna Online: Können Sie dazu auch Zahlen nennen?

In Zahlen muss man dazu nichts sagen. Ziel wäre, dass ÖVP und SPÖ gemeinsam unter 50 Prozent liegen.

Interviews mit den Spitzenkandidaten anderer Parteien finden Sie in unserem Special zur Nationalratswahl.

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