Taxifahrer von Lindh-Mörder meldet sich

Vor den Schlussplädoyers im Prozess um die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh haben die Ermittler eine neue Zeugenaussage eingeholt.

Der Fahrer des Taxis, mit dem der Angeklagte Mijailo Mijailovic nach der Bluttat geflohen sein will, meldete sich laut Polizei am Donnerstag bei den Behörden und wurde am Freitag vernommen.

Sollte der Taxifahrer die Aussagen Mijailovics über die Stunden nach dem Angriff bestätigen, gäbe es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mehr Grund zu der Annahme, dass auch die weiteren Angaben des Angeklagten nicht erfunden seien. Die Ermittler hatten bisher den Bericht Mijailovics über die Taxifahrt in Frage gestellt. Der Fahrer erklärte seine späte Aussage nach einem Bericht der Zeitung „Aftonbladet” damit, dass er erst in dieser Woche seinen Fahrgast als den mutmaßlichen Mörder Lindhs erkannt habe.

Im Lindh-Prozess werden am Montag die Plädoyers erwartet. Mijailovic hat die Stiche auf die Ministerin gestanden, eine Tötungsabsicht und politische Hintergründe jedoch zurückgewiesen. Der Schwede jugoslawischer Abstammung erklärte, Stimmen in seinem Kopf hätten ihn am 10. September zu der Tat getrieben. Lindh erlag einen Tag nach dem Angriff ihren schweren Verletzungen.

Es wurde erwartet, dass die Verteidigung eine umfangreiche psychologische Untersuchung ihres Mandanten fordern würde. Sollte Mijailovic eine psychische Erkrankung bestätigt werden, könnte das Gericht die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik anordnen.

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