Taxifahrer auf der A1 in NÖ überfallen: Haftstrafen für Pärchen

Ein Pärchen musste sich wegen eines Überfalls auf einen Taxler vor Gericht verantworten.
Ein Pärchen musste sich wegen eines Überfalls auf einen Taxler vor Gericht verantworten. ©dpa
Am Dienstag ist ein Pärchen (28 und 27) wegen eines Raubüberfalls auf einen Taxifahrer in Niederösterreich zu Freiheitsstrafen von sechseinhalb bzw. fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Prozess um einen Raubüberfall auf einen Taxifahrer im Oktober 2014 bei einem kurzen Stopp an der Westautobahn (A1) ist am Dienstag mit der Zeugeneinvernahme des Opfers am Landesgericht St. Pölten fortgesetzt worden. Der 39-Jährige schilderte, wie er von dem Pärchen mit einer Waffe bedroht worden war und danach um sein Leben flüchtete. Er leide deswegen noch immer an einem Trauma, betonte er.

Taxifahrer wurde auf der A1 überfallen

Die beiden Angeklagten waren in den frühen Morgenstunden am 18. Oktober 2014 in Gmunden am Traunsee zu ihm ins Taxi gestiegen und hatten auf der Rückbank Platz genommen. Sie gaben als Fahrziel zunächst Linz an, hätten aber während der Fahrt die Route nach Wien geändert, sagte der Taxifahrer. Er sei sehr müde gewesen, deswegen habe er an einer Tankstelle angehalten, um einen Kaffee zu trinken. Danach sei die Fahrt fortgesetzt worden, bis ihn der Angeklagte wegen einer “Pinkelpause” am Pannenstreifen anhalten habe lassen, schilderte der 39-Jährige. Er habe inzwischen frische Luft geschnappt.

Pärchen drohte Taxler umzubringen

Nachdem seine Fahrgäste wieder ins Auto gestiegen waren, wollte der Taxifahrer wegfahren, als er plötzlich von dem Mann von hinten gepackt und mit einer Pistole am Hals zur Herausgabe von Bargeld bedroht worden sei. “Er sagte, ich soll das Geld auf den Beifahrersitz legen. Das habe ich auch gemacht”, sagte der 39-Jährige. Danach habe die Frau in seine Jackentasche gegriffen. “Ich war ziemlich fertig. Ich hatte schon 24 Stunden nicht geschlafen. Mich interessierte nur mein Leben.”

Danach habe das Pärchen in serbischer Sprache auf ihn geschimpft und der Mann schließlich zu ihm gesagt, dass er ihn umbringen werde. Zu seiner Partnerin soll er gesagt haben, “aber lieber draußen, damit das Auto nicht so blutig ist”, schilderte der Chauffeur, der daraufhin “wie ein Tier” die Flucht ergriffen habe und über die Fahrbahnen der A1 davonlief. “Ich habe auf gar nichts aufgepasst – weder auf Autos noch sonst etwas”, sagte er. Er habe auch den Eindruck gehabt, dass ihn der Mann verfolge, was der Angeklagte jedoch bestritt.

Verdächtige legten Teilgeständnisse ab

Im Zuge der Ermittlungen nach dem Überfall hatte der 39-Jährige den Verdächtigen auf einem Foto eindeutig wiedererkannt. Das Paar wurde tags darauf in Salzburg festgenommen und das Taxi in Wien sichergestellt. Der Beschuldigte hatte sich am ersten Prozesstag (23. Jänner) teilweise schuldig bekannt, nicht jedoch dazu, den Taxifahrer mit dem Tod bedroht zu haben. Die Frau bestritt überhaupt, mit der Tat etwas zu tun gehabt zu haben.

Staatsanwältin Kathrin Bauer forderte in ihrem Schlussplädoyer Schuldsprüche mit angemessenen Strafen. “Wir haben hier zwei geschönte Versionen der Angeklagten, in denen sie versuchen, möglichst gut da zu stehen.” Sie habe aber keine Zweifel an der Aussage des Taxifahrers, betonte die Anklägerin.

Mehrjährige Haftstrafen für die Angeklagten

Der Verteidiger des Mannes plädierte auf ein mildes Urteil. “Mein Mandant hat ein reumütiges, lückenloses und umfassendes Geständnis abgelegt. Er bereut, dass er diese unsinnige Tat begangen hat.” Man könne aber höchstens von einem Raub der Geldbörsen sprechen, das Auto sei lediglich unbefugt in Gebrauch genommen worden. Der Verteidiger der Frau forderte hingegen ihren Freispruch. beide erhielten jedoch eine mehrjährige Haftstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig: die Verteidiger meldeten jeweils Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. (APA)

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