Tauziehen um neue Wr. Radiolizenz

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Rund um die Vergabe der Wiener Privatradiofrequenz 98,3 Mhz hat es offenbar ein heftiges politisches Tauziehen gegeben. Aussichtsreichstem Kandidat wird ÖVP-Nähe nachgesagt.

Dies bestätigte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer für den Fachbereich Rundfunk der Rundfunk- und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) in der Medienbehörde KommAustria. „Es gab öffentliche Grußbotschaften diverser Persönlichkeiten für und gegen einzelne Antragsteller sowie Interventionen verschiedener politischer Fraktionen“, so Grinschgl am Dienstag in einer Aussendung. Aber: „Keine der von außen kommenden Einflussnahmen hatte eine Auswirkung auf die Entscheidung der KommAustria.“

Laut Grinschgl habe es auch „keine Weisung des Bundeskanzlers an die KommAustria“ gegeben. KommAustria-Behördenleiter Michael Ogris habe demnach „selbständig entschieden“, berichtete der RTR-Chef. Die KommAustria werde nun Dienstagnachmittag den mehr als 200seitigen Zulassungsbescheid für das neue Wiener Privatradio erlassen. Am Mittwoch sei gegen 11.00 Uhr die Veröffentlichung einer Presseaussendung zur KommAustria-Entscheidung geplant.

Insgesamt hatte die Behörde unter 25 Bewerbern zu entscheiden. Als aussichtsreichster Interessent galt Sunshine Radio, dem von Mitbewerbern massive ÖVP-Unterstützung nachgesagt wurde. Einer der beiden Sunshine-Betreiber ist Matthias Kamp, Sohn von ÖVP-Finanzreferent Peter Kamp. Die Wiener Landesregierung hatte indes eine Empfehlung für den von den Grünen favorisierten Entspannungssender „Lounge FM“ ausgesprochen. Im Rennen um die Lizenz befand sich auch Radio Star, wo die Styria Medien AG („Kleine Zeitung“, „Die Presse“) als Gesellschafter an Bord ist. Und die Inforadio Betriebsgesellschaft, an der unter anderem „Der Standard“ und Party FM-Macher Martin Zimper beteiligt sind, hatte zuletzt unter Verweis auf den Fristenlauf beantragt, dass die Lizenz vom Bundeskommunikationssenat (BKS) und nicht von der KommAustria vergeben werden soll. Der BKS hatte dieses Ansinnen in der Vorwoche jedoch abgelehnt.

Die Wiener Privatradiolizenz 98,3 MHz ist wegen ihrer technischen Reichweite heiß umworben. Mehr als 1,7 Millionen Menschen können rund um die Bundeshauptstadt theoretisch erreicht werden.

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