Tausende Syrer in Madaya von Hungertod bedroht

In der eingeschlossenen syrischen Stadt Madaya droht Tausenden Menschen der Hungertod. Die letzte Hilfslieferung habe die von Regierungstruppen belagerte Stadt im Westen des Bürgerkriegslandes im Oktober erreicht, hieß es. Syriens Regierung stimmte UNO-Angaben weiteren Hilfslieferungen nach Madaya zu. Die Vorbereitungen für den Hilfstransport liefen, sagte eine UNO-Sprecherin am Donnerstag.


Nach Angaben von Aktivisten ist die Zahl der Hungertoten in Madaya zuletzt weiter gestiegen. Der Lokale Revolutionsrat des Ortes nordwestlich von Damaskus meldete am Donnerstag ein weiteres Opfer. Insgesamt habe es bisher 39 Tote gegeben, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wird die Stadt seit mehr als 170 Tagen vom Regime und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert. Die Menschenrechtler hatten am Montag erklärt, 23 Menschen seien durch die Blockade oder Minen, die das Regime um die Stadt herum gelegt habe, gestorben. 40.000 Menschen – darunter die Hälfte Zivilisten – leben demnach in dem Ort. Er liegt nahe der Grenze zum Libanon in einer strategisch wichtigen Gegend.

Ein Aktivist aus Madaya berichtete über Skype, 25.000 Menschen seien vom Hungertod bedroht. Ihm zufolge töten die Einwohner Hunde und Katzen, um sich zu ernähren. Jeden Tagen würden Menschen an Mangelernährung sterben. Die Lage sei “katastrophal”.

“Bereits als wir im Oktober Hilfe brachten, hatten die Menschen keine Nahrungsmittel mehr, kein Trinkwasser, keinen Zugang zu medizinischer Versorgung”, sagte eine IKRK-Sprecherin. “Meine Kollegen berichteten von der Verzweiflung in den Augen der Menschen.” Das IKRK sowie der Syrische Arabische Halbmond würden in Damaskus über Hilfsgüter verfügen, die nach Madaya gebracht werden könnten. Jedoch müsse dafür die Sicherheit der Helfer garantiert sein.

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