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Tausende auf Wiens schrägstem Demozug

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Trotz kühler Temperaturen sammelten sich am Samstag wieder über 100.000 Menschen in der Innenstadt, um bei der elften Regenbogenparade für Schwule, Lesben und Transgender zu marschieren.

Ein wolkenverhangener Himmel kann echte Wiener eben auch nicht vom Demonstrieren abhalten. Der schrägste Demozug der Hauptstadt war um 15.00 Uhr gegen die Fahrtrichtung der Ringstraße zum Heldenplatz aufgebrochen.

Mit den Besucherzahlen übertreffe man vielleicht sogar das hohe Niveau des erfolgreichen Vorjahres, freute sich Organisator Christian Högl im APA-Gespräch. Allerdings waren heuer weniger schwere Sattelschlepper als 2005 am Ring unterwegs. Dafür setzten die über 30 Vereinigungen und teilnehmenden Gruppen auf Kreativität.

Von der schwulen Kaiserin im Fiaker über als „Warme Würstchen“ verkleidete Demonstranten bis hin zur zünftigen Landtracht reichte das Spektrum. Neben den skurrilen Verkleidungen standen heuer aber auch wieder politische Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung homosexueller Paare und das Einfordern von Toleranz bei vielen Plakaten im Vordergrund.

Punkt 15.00 Uhr setzte sich der Zug vom MAK (Museum für Angewandte Kunst) aus gegen die Fahrtrichtung der Ringstraße in Bewegung, um gegen 17.30 Uhr den Heldenplatz für die große Abschlussveranstaltung zu erreichen. Dafür hatten sich als Hauptact um 20.00 Uhr der britischen Popstar Jimmy Somerville angesagt. Ebenfalls angekündigt waren die italienische Bühnendiva Franca Morgano und kuriosere Formationen wie die Münchner „D’Schwuhplatter“, die der bayerischen Folklore mit „krachledernem“ Schuhplatteln huldigten.

Insgesamt sei die Parade sehr gut verlaufen, freute sich Organisator Högl am frühen Abend. Es sei zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. Und die für den Verkehr während der Parade teils gesperrte Ringstraße wurde zügig wieder für den Verkehr freigegeben, nachdem die Menge einen Abschnitt passiert hatte: Die Wagen der Stadtreinigung bildeten in Regenbogenfahnen gehüllt den Abschluss des Zuges.

Es ging durchaus zünftig zu: Heuer setzten die teilnehmenden Gruppen oftmals auf heimische Folklore als Publikumsmagnet. Da präsentierten sich Blumenwagen unter dem Motto „Auf der Alm, do gibt’s a Sünd’“ und die Salzburger Bar „Zweistein“ stattete ihren Demowagen mit Blasmusik, Dirndl und Schuhplattlern aus.

Dazu hatten sie die Münchner Formation „D’Schwuhplattler“ geworben, die sich als Vertreter einer etwas anderen Leder-Fraktion in der Musikantenstadl-reifen Krachledernen präsentierten. Neben diesen großen Trucks, die ebenso von der Aids-Hilfe, den Grünen oder der SPÖ gestellt wurden, waren auch heuer wieder kleinere Preziosen und Skurrilitäten unterwegs. Ebenfalls heimatverbunden präsentierten sich etwa eine eingeschränkt feminine Kaiserin Sisi von Österreich im Fiaker und einige andere „Damen“ im Rokoko-Gewand.

Ein Trupp als Würstchen verkleideter Demonstranten warb unter dem Motto „Warmes Würstchen“ auf seinen Schildern für „Wurstsalat statt Ehe“, während eine SadoMaso-Kutsche, gezogen von zwölf in Lack und Leder gekleideten „Sklaven“, sich den Namen „Schlagartig“ gegeben hatte.

Leicht bekleidet präsentierten sich zahlreiche Teilnehmer lediglich in Körperbemalung, deren Motive von der Regenbogenfahne bis hin zum blau-weißen Emblem eines Körpercremeherstellers reichte. Wärmer dürfte da die Kostümvariante mit ganz eigener Version der „Zipfel-Mütze“ ausgefallen sein, auf deren Spitze ein Gummipenis angebracht war.

Den traditionellen Abschluss des Paradenzuges bildeten die Wagen der Wiener Putzkolonne von der Magistratsabteilung 48. Ebenfalls in Regenbogenfahnen gehüllt verkündeten sie ihr Motto „Make love, not waste“, das an Interessierte auch als T-Shirt-Aufdruck verkauft wurde.

Im Demozug fehlten heuer allerdings zwei sonst klassische Teilnehmer. Hermes Phettberg, bisher zeitungslesend im Fiaker das Parademaskottchen, verzichtete heuer aus finanziellen Gründen auf die Anmietung eines Gefährts. Und das „lesbische Elfenpaar“ der Grünen, Wiens Klubobfrau Maria Vassilakou und Kultursprecherin Marie Ringler, setzte heuer aus, weil Ringler wenige Tage vor der Geburt ihres Kindes steht.

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