Tarifreform kostet 30 Millionen

Bei all dem Jubel um die billigeren Jahreskarten der Wiener Linien geht im Moment das Kleingedruckte unter. So zum Beispiel die Mindereinnnahmen, die den WL blühen.

Mit ’25 bis 30 Millionen Euro’ bezifferte Vizebürgermeisterin Renate Brauner im Rahmen der Präsentation des neuen Tarifmodells die Kosten – und da sind die höheren Tarife für Einzelfahrscheine schon mit eingerechnet. Eine Querfinanzierung – zum Beispiel durch die Parkraumbewirtschaftung – wird es laut Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou nicht geben. Wo soll das Geld also herkommen?

Laut dem Büro von Renate Brauner kommt es aus dem Wiener Zentralbudget, mit dem die Wiener Linien schon heute mit rund 700 Millionen Euro pro Jahr gestützt werden. Man kann also durchaus sagen, dass die Wiener die Verbilligungen so oder so zahlen – jetzt nur per Umweg über allgemeine Steuerzahlungen. Und noch ein weiterer kleiner Punkt wurde vom Büro der Vizebürgermeisterin bestätigt: Auch die bisher gestaffelten Preise (zum Beispiel EUR 2,20 für einen Fahrschein im Bus) werden ‘angepasst’. Preise wurden noch keine genannt; 2,40 Euro für so einen Fahrschein sind jedoch durchaus möglich. “Es wird sich lohnen, eine Zeitkarte zu kaufen”, meint ein Sprecher der Finanzstadträtin. Telefonisch, aber mit Achselzucken in der Stimme.

Blaue orten ‘Fahrgasthäkel’

Vorhersehbar unzufrieden sind die Oppositionsparteien ÖVP  und FPÖ. So schimpft zum Beispiel der blaue Clubchef, Johann Gudenus:  “Den Öffi-Benützern wird aus dem einen Hosensack ein bisserl weniger Geld gezogen, dafür greifen Häupl und Vassilakou in den anderen künftig bis zur Schulter hinein”. Wenn der rotgrüne Fahrgasthäkel auch noch als ‘großer Wurf’ verkauft werden soll, muss man doch fragen: ‘Wo woa die Leistung?'”, meinte er in einer Aussendung. Für die ÖVP ist das Ergebnis “unbefriedigend”.

Die ÖVP ist nicht befriedigt

Auch für die Wiener ÖVP ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen “unbefriedigend”, wie der nicht amtsführende Stadtrat Manfred Juraczka und Umweltsprecher Roman Stiftner in einer gemeinsamen Aussendung erklärten. “Jetzt haben wir die Bestätigung, dass die von den Grünen geforderte Senkung der Tarife nicht einmal in Ansätzen umgesetzt wird. Damit erfährt ein weiteres grünes Wahlversprechen ein Begräbnis erster Klasse”, bedauerte der Stadtrat. Für Stiftner haben die Grünen einen “vollkommenen Gesichtsverlust” erlitten: “Die Erhöhung der Tarife für Einzelfahrscheine um über zehn Prozent ist ja geradezu ein Gegenprogramm zum Anspruch, Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen.”

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