Tanker rammte gesunkene "Tricolor"

Der im Ärmelkanal gesunkene Autofrachter "Tricolor" ist am Mittwochabend von einem Tanker mit 70.000 Tonnen Kerosin und Dieselöl gerammt worden.

Nachdem die in der Türkei registrierte „Vicky“ mehrere Stunden festgesessen hatte, konnte sie wieder freigekommen. Die „Vicky“ soll nun ein Stück weiter fahren, damit die französische Küstenwacht das Schiff nach möglichen Beschädigungen untersuchen kann, erklärte ein Sprecher der belgischen Küstenwacht. Die 24-köpfige Besatzung sei weiter an Bord.

Die Ladung des Tankers, der aus Antwerpen kam und nach New York unterwegs war, besteht den Angaben zufolge aus dem leicht entflammbarem Treibstoff Kerosin und aus Dieselöl. In ersten Meldungen war von einem „entzündlichen Gas“ die Rede gewesen.

Die französische Küstenwacht schickte drei Schlepper und ein französisches Kriegsschiff an den Unglücksort. Nach Angaben der britischen Küstenwacht war keines der Besatzungsmitglieder verletzt.

Die norwegische „Tricolor“ war am 14. Dezember vor Dünkirchen nach einer Kollision mit einem Containerschiff in seichtem Wasser gesunken. Sie hatte 2862 Autos im Wert von fast 50 Millionen Euro an Bord. Am 16. Dezember wurde das Wrack trotz Bojen und Warnungen der Küstenwacht von dem Schiff „Nicola“ von den Niederländischen Antillen gerammt.

Ob die Gefahr einer Meeresverschmutzung bestand, konnte die britische Küstenwacht zunächst nicht sagen. Es liege ein Benzingeruch in der Luft, sagte ihr Sprecher Mark Clark. Die Kollision zeige, „wie betriebsam es auf diesem Stück Wasser zugeht“, sagte er. „Es gibt da 400 bis 500 Schiffsbewegungen täglich. Es wird Sache der französischen Behörden sein, zu untersuchen, warum das jetzt nochmal passiert ist.“

Die französische Küstenwacht glaubt nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA nicht, dass Kerosin ausgelaufen ist. Ein britischer Marinejournalist bezeichnete es in einem Interview mit dem Fernsehsender „Sky News“ als „unglaublich“, dass die „Tricolor“ zum zweiten Mal gerammt worden sei. Dies zeige, dass das Wrack trotz des enormen Schiffsverkehrs im Ärmelkanal nicht überwacht worden sei.

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