"Taliban-Richter" in Kunduz festgenommen

Ausländische und afghanische Truppen haben im nordafghanischen Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr nach Militärangaben einen hochrangigen Taliban-Kommandant gefangen genommen. Maulawi Roshan sei ein "unrechtmäßiger Richter" der Aufständischen in der Provinz Kunduz gewesen, teilte die Internationale Schutztruppe ISAF am Mittwoch mit.
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Er sei zudem stellvertretender “Schattengouverneur” der Taliban für Kunduz gewesen und habe enge Verbindungen zur Taliban-Führung im benachbarten Pakistan unterhalten.

Nach Angaben der ISAF war Roshan an Angriffen gegen afghanische und ausländische Sicherheitskräfte in Kunduz beteiligt. Roshan sei am Dienstag gefasst worden und werde von afghanischen Behörden befragt.

Die Taliban haben in den meisten afghanischen Provinzen Parallelstrukturen zur afghanischen Regierung aufgebaut und eigene Schattengouverneure und Richter eingesetzt. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Schattengouverneure in Kunduz bei Militäroperationen getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen besetzten die Taliban die Stelle daher zumindest zeitweilig nicht mehr. Für gezielte Operationen gegen Taliban-Anführer sind in Kunduz in der Regel US-Spezialkräfte verantwortlich.

Die ISAF teilte am Mittwoch ferner mit, bei einem Taliban-Angriff in der ostafghanischen Provinz Chost seien am Vortag 14 Aufständische getötet worden. In der südafghanischen Provinz Helmand seien zwei Extremisten getötet und drei weitere gefangen genommen worden. Auch in den Provinzen Ghasni im Südosten und Kandahar im Süden sei es zu Festnahmen gekommen. Bei einem Anschlag im Süden des Landes sei am Mittwoch ein ISAF-Soldat getötet worden. Zur Nationalität machte die ISAF wie üblich keine Angaben.

Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Süden des Landes waren am Dienstag neun US-Soldaten ums Leben gekommen. 2010 ist für die ausländischen Truppen bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan Ende 2001. Seit Jahresbeginn kamen nach Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org mehr ausländische Soldaten ums Leben als im gesamten Vorjahr.

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