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Tag 12 im Immofinanz-Prozess: Schlussplädoyers werden für Freitag erwartet

Immofinanz-Prozess - Richterin erwartet Schlussplädoyers für Freitag
Immofinanz-Prozess - Richterin erwartet Schlussplädoyers für Freitag ©APA
Der Immofinanz-Prozess in Wien scheint in den Endspurt zu gehen. Die Richterin erwartet noch diese Woche die Schlussplädoyers.
Verlustgeschäft wurde nie bestritten
Zeugen werden befragt
“Petrikovics über Verlust informiert”
Schaschl sorgt für Aufregung

Richterin Claudia Loidolt-Moravec will Mittwoch, den 10. April über die Zulassung der neu beantragten Privatbeteiligten entscheiden, danach sollen es zu Aktenverlesungen kommen. Für den späteren Nachmittag wird erneut der gerichtlich bestellte Sachverständige Oliver Lintner mit weiteren, heute beauftragten Berechnungen zu den strittigen Optionsgeschäften erwartet. Danach sollen noch einmal die Angeklagten selbst zu Wort kommen.

Tag 12 im Immofinanz-Prozess in Wien

Am heutigen zwölften Verhandlungstag sind die bisher letzten Zeugen im Prozess befragt worden. Der ehemalige Vorstandssprecher der Constantia Privatbank (CPB), Christoph Kraus, schilderte den Aufbau der Immo-Sparte in den 1990er Jahren. Dazu hatte er den angeklagten Karl Petrikovics zur Bank geholt. Er rechtfertigte die damalige Konstruktion, dass die Immofinanz über Managementverträge von der Bank geführt wurde, da die Immo-Gesellschaft als ein Fonds gesehen wurde. Später wurde die Immofinanz zu groß und entwickelte ein Eigenleben. Die Führung der CPB bzw. der Immofinanz/Immoeast durch Petrikovics in Personalunion sei später ein Thema geworden.

Ex-Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer war lange Zeit im Aufsichtsrat der Immoeast. Seiner Ansicht nach sind viele Dinge unberechtigterweise am Aufsichtsrat vorbei gemacht worden. 2007 habe es eine Diskussion über eine Beteiligung des Vorstandes an der Immoeast gegeben, diese wurde aber wegen rechtlicher Bedenken verworfen, schilderte Reithofer, der in Pension ist. 2008 seien dann 512 Mio. Euro an unbesicherten Forderungen bei der CPB aufgetaucht, für die in weiterer Folge der Bankeigentümer, die Constantia Packing BV, Haftungen übernahm. Ob auch die 41 Mio. Euro schwere “Barvorlage” aus dem Oktober 2006 der Immoeast darin enthalten war, weiß Reithofer nicht.

Schlussplädoyers werden für Freitag erwartet

Über diese Konstruktion wurde die Glattstellung der strittigen Optionsgeschäfte über den Treuhändler Ernst Hable vorgenommen. Dadurch lukrierten Petrikovics, die ebenfalls angeklagten Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsratsvizechef der CPB) und Norbert Gertner (Ex-CPB-Vorstand) 20 Mio. Euro aus Aktienoptionsgeschäften im Bereich der CPB bzw. Immofinanz/Immoeast-Gruppe ohne eine Optionsprämie bzw. die Aktien je gekauft zu haben.

Der Immofinanz-Prozess wird am Mittwoch am Landesgericht Wien ab 10 Uhr im Saal 303 fortgesetzt. Für Freitag (12. April) erwartet Loidolt-Moravec dann die Schlussplädoyers in der Causa – danach folgt das Urteil.

(APA)

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