Syrische Armee drängt Rebellen zurück

Nach etwa achtstündigen Kämpfen hat die syrische Armee am Samstag einen Rebellenangriff auf eine Kaserne in der Großstadt Aleppo zurückgedrängt. Das Militär habe die Aufständischen mit Hilfe von Panzern und Hubschraubern aus der Militärbasis in Hananu im Osten Aleppos vertrieben, berichteten Augenzeugen. Zuvor hatten die Rebellen nach eigene Angaben 350 Gefangene des Regimes in Aleppo befreit.


Laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte nahmen die Aufständischen am Samstag einen Kontrollpunkt der Regierungstruppen im nordwestsyrischen Industriegebiet von Al-Lairamun unter Beschuss. Fünf Angreifer und mehrere Sicherheitskräfte seien getötet worden. Laut syrischem Staatsfernsehen wurden im christlichen Viertel Aziziye im Zentrum Aleppos zudem eine Kirche und ein Kloster von Raketen der Rebellen getroffen. Kämpfe gab es am Samstag außerdem in der Hauptstadt Damaskus und in weiteren Landesteilen.

Im Irak wurde ein vierjähriges Mädchen getötet, als Raketen aus Syrien in einem Grenzdorf einschlugen, wie aus Militär- und Ärztekreisen verlautete. Insgesamt vier Raketen hätten am späten Freitagabend den irakischen Ort Kaim getroffen. Zwei schlugen demnach in Häuser ein, wodurch weitere vier Menschen verletzt worden seien.

Die EU wird unterdessen die Sanktionen gegen das Regime des syrischen Präsidenten Assad verschärfen. “Es besteht Einigkeit, die Sanktionen gegen Syrien zu verschärfen”, sagte die zypriotische Außenministerin Erato Kozakou-Markoullis am Samstag nach Beratungen der EU-Außenminister in Paphos auf Zypern, das derzeit den EU-Treffen vorsitzt. Die EU hatte bereits mehrfach Strafmaßnahmen gegen die syrische Führung sowie die Wirtschaft des Landes verhängt.

Luxemburgs Außenminister Asselborn sagte, über die zusätzlichen Sanktionen solle im Oktober beraten werden. Bis dahin sollen Experten detaillierte Vorschläge gemacht haben. Vor allem im Finanzsektor könne man bei den Sanktionen gegen Syrien noch “aufstocken”. “Natürlich muss man dann wissen, dass nicht nur Syrien betroffen wird, sondern vielleicht auch Mitgliedsländer der EU. Aber es gibt zusätzliche Maßnahmen, die getroffen werden können”, sagte Asselborn. Schwedens Außenminister Bildt sagte, es werde zusätzliche Sanktionen geben, doch zweifle er an deren Wirksamkeit.

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