Syriens Opposition redet mit Türkei über Schutzzone

Die syrische Opposition hofft auf ein Eingreifen der Türkei.
Die syrische Opposition hofft auf ein Eingreifen der Türkei. ©dapd
Nachdem das syrische Regime bei den Arabern in Ungnade gefallen ist, macht sich die Opposition jetzt für eine Schutzzone im Grenzgebiet zur Türkei stark.

Die arabische Tageszeitung “Al-Sharq al-Awsat” meldete am Montag unter Berufung auf einen Oppositionellen, bei einem Treffen zwischen dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu und dem syrischen Nationalrat am Sonntag sei die Frage diskutiert worden, wie groß diese “Pufferzone” sein könnte, die an die Türkei angrenzen soll.

Türkei: Einrichtung von Schutzzone in Syrien möglich

Ein türkischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, die Einrichtung einer sicheren Zone auf syrischem Gebiet sei durchaus möglich. Allerdings sei dafür nicht nur ein Mandat der Arabischen Liga notwendig, sondern auch ein internationales Mandat. Vor allem Moskau will bisher verhindern, dass sich das libysche Szenario in Syrien wiederholt. In Libyen hatte der Niedergang des Regimes mit einer von den Rebellen kontrollierten Zone rund um Bengasi begonnen.

Syrien aus Arabischer Liga ausgeschlossen

Die Arabische Liga hatte Syrien am vergangenen Samstag auf unbestimmte Zeit aus dem arabischen Staatenverbund ausgeschlossen. Zuvor hatte das Regime von Präsident Bashar al-Assad massiv gegen die Bedingungen einer Friedensinitiative der Liga verstoßen.

Assad gibt nicht auf

Doch Damaskus gibt nicht auf. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete am Montag, die Regierung habe die Einberufung eines Syrien-Sondergipfels der Liga gefordert. Außerdem habe sie Minister, arabische Experten sowie Journalisten aufgefordert schnellstmöglich nach Syrien zu kommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Erneute Angriffe auf Opposition

Die sogenannten Revolutionskomitees meldeten, am Montag habe es erneut Angriffe auf ein Viertel in der Protesthochburg Homs gegeben. Am Sonntag sollen 16 Menschen der Gewalt des Regimes zum Opfer gefallen sein. Seit Beginn der Anti-Assad-Proteste im März wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 3.500 Menschen getötet.

(APA)

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