Syrien-Rebellen haben 43 Blauhelme in ihrer Gewalt

Regimegegner überfielen UNO-Beobachter
Regimegegner überfielen UNO-Beobachter
Bewaffnete haben am Donnerstag 43 UNO-Blauhelme auf den Golanhöhen in ihre Gewalt gebracht. Laut arabischen Medienberichten soll es sich bei den Entführern um Mitglieder der radikalislamischen Al-Nusra-Front handeln, die Soldaten stammen von den Fidschi-Inseln. Der Geiselnahme waren heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und Rebellen voran gegangen.


Die 43 entführten Soldaten stammen nach Informationen des philippinischen Verteidigungsministeriums von den Fidschi-Inseln. Bei weiteren 81 in Al-Ruwayhinah and Burayqah eingekesselten Beobachtern handle es sich jedoch um philippinische Soldaten, hieß es am Donnerstag aus Manila.

Am Vortag hatten Al-Nusra-Milizen zusammen mit anderen Aufständischen in Quneitra den Übergang zu den von Israel besetzen Golanhöhen eingenommen. Die Blauhelme wurde nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium in Wien nahe Quneitra an der sogenannten “Position 27” festgesetzt, die bis Juni 2013 von Blauhelmen aus Österreich gehalten wurde. Bereits im Juni 2013 hatten syrische Rebellen die Kontrolle über den dortigen Grenzübergang übernommen, Österreich zog seine Beobachter in der Folge, unmittelbar vor den Nationalratswahlen, ab.

Derzeit sind nach UNO-Angaben 1.223 Blauhelmsoldaten an der Mission beteiligt. Sie stammen aus Indien, Irland, Nepal, den Niederlanden, den Fidschi-Inseln und von den Philippinen. Die UNDOF-Mission war 1974 ins Leben gerufen worden, um den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Israel hatte die Golanhöhen im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt, offiziell gehört das Gebiet weiter zu Syrien.

Schon im März 2013 hatten Bewaffnete 21 UNDOF-Soldaten aus den Philippinen auf dem Golan in ihre Gewalt gebracht, sie waren unversehrt wieder freigekommen. Im Juni hatte der UN-Sicherheitsrat das Mandat bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.

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