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Supermarkt-Krapfen im Check: Das sind die schockierenden Ergebnisse

Käfighaltung ist bei Krapfen im Supermarkt leider nicht ausgeschlossen.
Käfighaltung ist bei Krapfen im Supermarkt leider nicht ausgeschlossen. ©Canva (Symbolbild)
Faschingszeit ist Krapfenzeit. Aber welche Eier werden eigentlich für die süße Nachspeise verwendet? VIER PFOTEN hat sich das Sortiment von neun österreichischen Supermarktketten angeschaut.

Das Ergebnis kann als durchwachsen bezeichnet werden: Von 57 verschiedenen Krapfen waren 25 gar nicht gekennzeichnet. Das bedeutet, dass auch importierte Käfigeier in den Krapfen stecken könnten. 23 trugen eine Kennzeichnung nach Herkunft und Haltungsform, fünf lediglich nach Herkunft und einer nur nach Haltungsform.

Gekennzeichnete Krapfen: Großteil kommt aus Bodenhaltung

Der überwiegende Anteil der nach Haltungsform gekennzeichneten Krapfen kommt aus Bodenhaltung. VIER PFOTEN hat für die Recherche Filialen von Billa, Billa Plus, Penny, Lidl, Hofer, Spar, Adeg, Unimarkt und MPreis besucht. Adeg hatte als einziger für alle seine drei Krapfensorten gar keine Kennzeichnung, der Rest zumindest für Teile des Sortiments. Positiv hervorzuheben sind MPreis (die drei Krapfensorten sind allesamt gekennzeichnet mit Eiern aus österreichischer Freilandhaltung) und Lidl (von insgesamt sechs Sorten waren fünf gekennzeichnet, zwei davon mit Eiern aus Freilandhaltung). Spar, Billa und Billa Plus hatten überdies vegane Krapfen im Angebot. Kein einziger Krapfen im Recherchezeitraum enthielt Bio-Freilandeier.

Supermarkt-Krapfen im Check: Gewisse Kennzeichnungen sind irreführend

„Es sollte selbstverständlich sein, dass sich die Konsument:innen über Herkunft und Haltungsform der Legehennen von verarbeiteten Eiern informieren können. Schließlich liegt einem großen Teil der Österreicher:innen Tierschutz am Herzen; sie wollen keine Eier aus grausamer Käfighaltung, die nicht umsonst in Österreich verboten ist. Leider haben wir für Mehlspeisen, Backwaren, Nudeln, Mayonnaise, Kekse etc. noch immer keine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung, wie sie beim Frischei schon lange vorgeschrieben und bestens etabliert ist. Daher kann es sein, dass man, ohne es zu wissen, Käfigeier aus dem Ausland konsumiert, wenn man nicht klar gekennzeichnete Krapfen in Supermärkten kauft. Man darf nicht vergessen: In der EU leben fast 40 Prozent der Legehennen in Käfigen, im  EU-Ausland sind es sogar häufig über 90 Prozent“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Gewisse Kennzeichnungen sind leider auch irreführend für die Konsument:innen. So steht auf sechs Krapfen bei SPAR „Hergestellt in AT“, ohne dass jedoch das Herkunftsland oder die Haltungsform der Eier angegeben werden. „Das ist natürlich schon problematisch, da viele annehmen, dass das Land der Herstellung mit dem Herkunftsland der Eier ident ist. Hier würden wir uns genaue Angaben statt geschickter Vernebelungstaktiken wünschen“, so Weissenböck.

VIER PFOTEN Kampagnenleiterin fordert entsprechendes Gesetz

Eine konsequente Kennzeichnung auch der verarbeiteten Eier nach Haltungsform und Herkunftsland wäre wichtig, damit Konsument:innen bewusst Produkte wählen können, hinter denen bessere Tierwohlstandards stehen. „Auch in Österreich ist Bodenhaltung nach wie vor die verbreitetste Haltungsform. Deshalb braucht es vorrangig die Information, wie die Tiere gehalten werden. Die Politik redet sich seit langem darauf aus, dass dies zu aufwändig ist. Wir sehen aber beim Frischei, dass es ganz problemlos funktioniert – es fehlt also offensichtlich am politischen Willen. Niemand will Tierqual am Teller, daher muss endlich ein entsprechendes Gesetz her“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Weissenböck.

(Red)

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