Supermarkt-Angestellte wollten denselben Mann: Prozess wegen Gerangel

Die 21-Jährige wurde rechtskräftig freigesprochen.
Die 21-Jährige wurde rechtskräftig freigesprochen. ©APA/HANS PUNZ
Zwei Supermarkt-Angestellte haben sich in denselben Arbeitskollegen verliebt. Die Situation eskalierte, es kam zu einem Gerangel. Am Montag fand der Prozess in Wien statt.

Weil sie einer Arbeitskollegin im Zug eines Gerangels einen Fußtritt verpasst haben soll, der eine Kniescheibenluxation bewirkte, hat sich eine 21-jährige Supermarkt-Angestellte am Montag am Wiener Landesgericht verantworten müssen. Ursprünglich waren die Frauen eng befreundet, ehe sie ein Auge auf denselben Mann - ein groß gewachsener Kollege, der seit Jahren intensiv Kraftsport betreibt - warfen.

Supermarkt-Angestellte verliebten sich in denselben Mann

"Am Anfang war sie nett zu mir", schilderte die Angeklagte ihr Verhältnis zur 30-Jährigen. Das änderte sich, als letzterer nicht entging, dass der 21-Jährigen der durchtrainierte Kollege gefiel. "Ich war ein Idiot, ich hab mich in ihn verschaut", räumte die Angeklagte ein. Daraufhin habe sie die ältere Kollegin in ihrer Funktion als Filialleiter-Stellvertreterin zur Rede gestellt: "Das hat ihr nicht gepasst. Sie war dagegen. Weil sie auch in ihn verliebt war. Sie hat mir Nachrichten geschrieben und mir verboten, ihm zu schreiben."

Situation eskalierte nach Geschäftsschluss

Am 20. April 2019 eskalierte die Situation, als sich die Jüngere und der Mann nach Geschäftsschluss in die Garage begaben, um mit seinem Auto heimzufahren. Plötzlich sei die 30-Jährige angelaufen gekommen und habe sich zu dem Mann ins Auto setzen wollen. "Sie wollte ins Fahrzeug, zu ihm auf den Schoß", erinnerte sich die 21-Jährige. Da habe sie nach ihrer Hand gegriffen, um sie wegzuziehen: "Ich wollte ihm nur helfen, dass wir gehen können." Plötzlich sei die andere Frau zu Sturz gekommen: "Wie sie gestürzt ist, kann ich nicht sagen. Ich habe sie nicht angefasst."

"Sie hat mich gepackt, hergezogen und getreten. Die Tritte habe ich sofort gespürt", meinte dagegen die 30-Jährige vor Richter Andreas Hautz. Allerdings sah keiner der zahlreichen Zeugen in der Garage die behauptete Attacke. Dafür stellte Gerichtsmediziner Wolfgang Denk in seinem Gutachten klar, dass die 30-Jährige an einer angeborenen Hochstellung beider Kniescheiben leidet und eine geringe Fehlbelastung genügt, um Verrenkungen oder noch gravierendere Folgen herbeizuführen. Außerdem würden beide Knie Vorschäden aufweisen, sodass es bereits bei einer "Spontanbewegung" zu einer Kniescheibenluxation kommen könne.

Angeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen

Am Ende wurde die Angeklagte mangels Beweisen rechtskräftig freigesprochen. Es gebe "kein Substrat" für eine Verurteilung, befand der Richter. Es könne nicht mit der für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit geklärt werden, "weshalb die Kniescheibe rausgesprungen ist". Jedenfalls sei es "unlogisch", weshalb die Jüngere "wie eine Furie auf die andere Frau losgehen sollte", befand der Richter.

(APA/Red)

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