Sturm will gegen Galatasaray wie im Jahr 2000 überraschen

Sturm trainiert im Ali-Sami-Yen-Stadion
Sturm trainiert im Ali-Sami-Yen-Stadion ©EPA
Sturm Graz geht am Donnerstagabend als krasser Außenseiter ins zweite Spiel der Europa-League-Gruppenphase bei Galatasaray Istanbul. Der mit zahlreichen Stars gespickte und vom Niederländer Frank Rijkaard betreute 17-fache türkische Meister hat in dieser Saison noch keine Partie verloren. "Ich bin überzeugt, dass wir punkten können", gab sich Sturm-Coach Franco Foda trotzdem optimistisch.

“Man kann sie schlagen”
Die Steirer haben den türkischen Rekordmeister und -Cupsieger zweimal selbst beobachtet und zudem DVDs studiert. “Wir sind gut vorbereitet. In den Spielen gegen Panathinaikos Athen (3:1) und Besiktas Istanbul (3:0) waren sie sehr gut. Im Heimspiel gegen Eskisehirspor (1:1) habe ich aber gesehen, dass man sie schlagen kann, wenn sie nicht so gut in Form sind”, berichtete Foda, der den ersten Punktverlust der Rijkaard-Elf in der Meisterschaft am Sonntag im siebenten Spiel selbst vor Ort miterlebt hat.

Galatasaray offensiv stark, defensiv anfällig
Die Grazer müssen vor allem die Offensivabteilung der Türken – mit Baros, Nonda, Keita, Elano, Kewell oder Arda Turan – ausschalten. “Sie haben eine hohe Kreativität nach vorne, die Spieler müssen wir in den Griff bekommen”, betonte der Sturm-Trainer. “Der Star ist nicht der Trainer, sondern die Mannschaft”, fügte der Ex-Sturm-Kicker hinzu. Von einer reinen “Mauertaktik” im gefürchteten ausverkauften Ali-Sami-Yen-Stadion hält Foda allerdings nichts, wie er erklärte: “Wir haben Respekt vor dem Gegner, müssen selber aber auch Akzente setzen, nicht nur defensiv gut stehen.” Vor allem da die Türken in der Defensive durchaus anfällig sind.

Sturms Schlüsselspieler fraglich
Die Steirer gehen allerdings nicht mit den besten Vorzeichen in die Partie, personell gibt es neben den Fixausfällen von Mario Haas, Mario Kienzl und Fabian Lamotte nämlich mit den angeschlagenen Mittelfeldspielern Andreas Hölzl, Peter Hlinka und Manuel Weber gleich drei Fragezeichen. “Von schmerzfrei bin ich weit entfernt, hoffentlich geht es sich aus”, sagte Kapitän Hölzl, den genauso wie Weber Knöchelprobleme plagen. Zudem können die Grazer auch nicht auf die Fan-Unterstützung bauen, aufgrund zu geringer Anmeldungen kam der anvisierte Tagesflug nicht zu Stande. Immerhin sind die rekonvaleszenten Haas und Lamotte als Daumendrücker dabei.

Grazer überraschten Galatasaray schon einmal
Hoffnung gibt dem Bundesliga-Tabellendritten der Blick in die Vergangenheit. Im November 2000 hatte Sturm mit einem 2:2 in Istanbul nach zweimaligem Rückstand den Einzug in die Zwischenrunde der Champions League geschafft und damit für einen Meilenstein im österreichischen Fußball gesorgt. “2000 haben wir gesehen, dass auch gegen diese Mannschaft vieles möglich ist. Wenn wir eine Leistung wie in Charkiw (Anm./1:0 in der letzten Europa-League-Quali-Runde) bringen, denke ich, dass wir auch in Istanbul bestehen können”, setzte Foda große Hoffnungen in sein Team.

Rijkaard-Elf will Fans glücklich machen
Der 17-fache türkische Meister rechnet am Donnerstag fix mit einem vollen Erfolg. “Wir haben ein sehr schwieriges Match vor uns. Wir wollen gewinnen und unsere Fans glücklich machen”, sagte der niederländische Coach Frank Rijkaard. Im Gegensatz zu den Steirern (0:1 gegen Dinamo Bukarest) sind die Türken mit einem 3:1-Auswärtssieg bei Panathinaikos Athen ideal in die Gruppe F gestartet. Im heimischen Ali-Sami-Yen-Stadion haben die Rijkaard-Schützlinge in europäischen Vergleichen bei einem beeindruckenden Torverhältnis von 13:0 in drei Spielen gegen Tobol Kostanaj (2:0), Maccabi Natanya (6:0) sowie Levadia Tallinn (5:0) noch keinen Gegentreffer kassiert.

Istanbul in der Meisterschaft ungeschlagen
Auch in der Meisterschaft sind Milan Baros und Co. noch ungeschlagen, das 1:1 gegen Eskisehirspor war am Sonntag der erste Punkteverlust im siebenten Spiel. “Wir wollten gegen Eskisehirspor gewinnen, haben es aber nicht geschafft. Ich glaube aber nicht, dass das Unentschieden negative Auswirkungen auf die Mannschaft hat. Wir sind weiter ungeschlagen”, meinte Rijkaard.

Angriff als Prunkstück
Bezüglich seiner Startelf hat sich der Ex-AC-Milan-Kicker noch nicht festgelegt. Vor allem im Angriff hat er mit dem 77-fachen tschechischen Teamstürmer Milan Baros sowie dem Kongolesen Shabani Nonda, der in den vergangenen beiden Meisterschaftsspielen gleich viermal getroffen hat, die Qual der Wahl.

“Lässig, gegen so einen Trainer zu spielen”
Rijkaard hat im Sommer das Amt bei den Rot-Gelben übernommen und will an die Glanzzeiten des Clubs unter der Regie von Fatih Terim von 1996 bis 2000 anschließen, in der neben vier Meistertiteln in Folge auch der UEFA-Cup sowie UEFA-Supercup gewonnen wurde. “Ich bin stolz bei einem Club wie Galatasaray zu arbeiten”, betonte der ehemalige Mittelfeld-Regisseur. Zuvor hatte der 47-jährige langjährige niederländische Teamspieler den FC Barcelona in fünf Jahren zu zwei Meistertiteln (2005 und 2006) sowie zum Champions-League-Triumph (2006) geführt. “Es ist lässig, gegen so einen Trainer zu spielen”, sagte Sturm-Stürmer Daniel Beichler.

Mögliche Aufstellungen:
Europa League, Gruppe F, 2. Runde:
Galatasaray Istanbul – SK Sturm Graz
Istanbul, Ali-Sami-Yen-Stadion, 21.05 Uhr/live sky, SR Hendrikus Nijhuis/NED

Galatasaray: Franco – Sarioglu, Asik, Cetin, Balta – Sarp, Topal – Keita, Kewell/Turan, Elano – Baros
Ersatz: Ercetin – Ucar, Nonda, Erdem, Erkin, Yilmaz, Güngör, Zan
Sturm: Gratzei – Sonnleitner, Schildenfeld, Feldhofer, Kandelaki – Hölzl/Bukva, M. Weber/Foda, Hlinka/Muratovic, Jantscher – Beichler, Muratovic/Lavric
Ersatz: Lukse – Prettenthaler, Foda, Weinberger, Maric, Ehrenreich, Bukva, Hassler, Tauschmann
Es fehlen: Kienzl, Haas, Lamotte (alle verletzt)
Fraglich: Hlinka, Hölzl, M. Weber (alle angeschlagen)

Parallel-Spiel: Dinamo Bukarest – Panthinaikos Athen (21.05)

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