Sturm stürmt an Tabellenspitze

Die Grazer feierten mit dem 3:0 gegen die SV Ried den siebenten Sieg in Serie und wahrten damit die Chance auf den Herbstmeistertitel.

Den schlussendlich völlig verdienten Sieg fixierten Mario Kienzl (47.), Andreas Hölzl (76.) und Mario Haas mit einem verwandelten Handselfmeter (91.). Die Grazer revanchierten sich damit auch für die 1:4-Schlappe in Ried im ersten direkten Saisonduell und sind vor eigenem Publikum inklusive der vergangenen Saison schon elf Partien ungeschlagen (Torverhältnis 29:4). Für die weiter sechstplatzierten Oberösterreicher ging die ungeschlagene Serie von immerhin vier Partien zu Ende und war es die erst zweite Niederlage in den vergangenen elf Spielen.

In der ersten Hälfte sahen die 12.756 Zuschauer in der UPC-Arena eine bescheidene Partie, Sturm ließ fast jeglichen spielerischen Glanz vermissen, die Rieder überzeugten demgegenüber einmal mehr mit ihrem erfolgserprobten 3-3-3-1-Defensivsystem. Aufseiten der Hausherren wurden Haas (9.) und Kienzl (14.) zweimal mit Schüssen gefährlich. Zudem zeichnete sich Ried-Goalie Gebauer bei einem Schuss von Aktivposten Kienzl aus vollem Lauf unmittelbar vor dem Pausenpfiff aus. Die einzige Rieder Chance vor dem Seitenwechsel ließ Kapitän Herwig Drechsel (21.), dessen abgefälschten Schuss Sturm-Goalie Gratzei mit großer Mühe zur Ecke abwehrte, aus.

Nach der Pause verzeichnete die Elf von Franco Foda einen Blitzstart. ÖFB-Teamspieler Hölzl scheiterte nach einem Haas-Zuspiel zwar an Gebauer, den Nachschuss verwertete Kienzl aber vom 16er unhaltbar für den Ried-Schlussmann. Für den 24-jährigen offensiven Mittelfeldspieler war es der dritte Bundesliga-Saisontreffer. Danach fanden die “Blackies” zu gewohnter Stärke und ließen keinen Zweifel mehr über den Sieger aufkommen.

Im ersten Versuch scheiterte Hölzl noch an der Stange, eine Viertelstunde später machte der Ex-Tiroler nach Doppelpass mit Stankovic und einem gefühlvollen Heber ins lange Eck, der via Innenstange den Weg ins Tor fand, das 2:0 perfekt (76.). Für den Schlusspunkt sorgte Routinier Haas, der nach einem Handspiel von Glasner im Strafraum den verhängten Strafstoß (91./11. Saisontor) souverän verwertete. Muratovic (80.) und Kienzl (81.) hätten bereits kurz zuvor eigentlich auf 3:0 erhöhen müssen.

Für die Grazer gab es aber auch schlechte Nachrichten: Fabian Lamotte hatte bereits in der 18. Minute ausgetauscht werden müssen, und Marko Stankovic wurde in der Nachspielzeit per Trage vom Feld gebracht.


Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): “Der Sieg war verdient. Anfangs hat es nicht viele Möglichkeiten gegeben, aber auch die haben wir nicht genutzt. Ried ist mit neun Mann hinten gut gestanden. In der Halbzeitpause habe ich meiner Mannschaft gesagt, sie möge ruhig weiterspielen, dann werden auch die Chancen kommen. Durch das frühe 1:0 hat die Mannschaft durch Spielfreude gezeigt, was sie leisten kann. Ich muss die Mannschaft loben, sie hat auch gegen zehn Mann konzentriert weitergespielt.”

Zum möglichen Herbstmeistertitel: “Die momentane Tabellensituation ist mir egal, Hauptsache es waren drei Punkte.”

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): “Im ersten Saisonduell hat die Göttin Fortuna das Füllhorn über Ried ausgeschüttet, diesmal über Graz. Alle drei Tore waren Glückstreffer. Das rasche 0:1, die Gelb-Rote-Karte war dumm, das 0:3 wurde mit der Hand aufgelegt. Das 0:3 ist brutal, der Sieg war zu hoch. Gott sei Dank haben wir auch nach dem 0:2 noch mitgespielt, aber nur bis 20 Meter vor dem Tor, das war für die Arbeit nach vorne zu wenig. Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden, aber von einer Halbzeit alleine kann man nicht leben.”


SK Puntigamer Sturm Graz – SV Josko Ried 3:0 (0:0)
UPC-Arena, 12.756, SR Lechner

Torfolge: 1:0 (47.) Kienzl, 2:0 (76.) Hölzl, 3:0 (91.) Haas (Elfmeter)

Sturm: Gratzei – Lamotte (18. Sereinig), Schaschiaschwili, Sonnleitner, Kandelaki – Hölzl (82. Scherrer), Kienzl, Hlinka, Stankovic – Muratovic (86. Beichler), Haas
Ried: Gebauer – Stocklasa, Glasner, Burgstaller – Hackmair (75. Hadzic), Mader, Ulmer – Lexa (78. Bammer), Drechsel (64. Berger), Kujabi – Nacho

Gelb-Rote-Karte: Kujabi (59./Unsportlichkeit)
Gelbe Karten: Haas, Hlinka, Stankovic bzw. Mader
Die Besten: Hlinka, Hölzl, Sonnleitner, Kienzl bzw. Lexa, Mader

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