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Studienplatzfinanzierung: Rückgang der Studienanfänger

Bis zu 60 Prozent weniger Studienanfänger.
Bis zu 60 Prozent weniger Studienanfänger. ©APA
Der Testlauf zur Studienplatzfinanzierung in fünf Fächergruppen hat zu einem deutlichen Rückgang der Anfängerzahlen in den betroffenen Fächern geführt. In den Wirtschaftswissenschaften begannen rund 60 Prozent weniger Studenten mit dem Studium als noch im Jahr zuvor.
Rektoren wettern gegen Testlauf
Neue Aufnahmeverfahren

Das zitiert der “Standard” (Montag-Ausgabe )aus einer Evaluierung der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). Das stärkste Minus gab es mit 60 Prozent in den Wirtschaftswissenschaften.

Studienplatzfinanzierung seit Wintersemester 2013/14

Die Studienplatzfinanzierung wird seit vergangenem Studienjahr in Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften erprobt. Die Unis dürfen in diesen Fächern die Plätze beschränken und bei mehr Anmeldungen Aufnahmeverfahren durchzuführen. Österreichweit darf es pro Fach aber nicht weniger Plätze als Studienanfänger von 2011/12 geben, mit dem Wissenschaftsministerium wurden dann die Plätze pro Uni ausverhandelt. Die Zahl derer, die im vergangenen Wintersemester für eines der neu beschränkten Studien begonnen haben, liegt allerdings teilweise deutlich unter diesem Limit. Die Studenten gingen zu einem guten Anteil trotz Anmeldung nicht zu den Aufnahmetests.

6ß Prozent weniger Studienanfänger

In den Wirtschaftswissenschaften mussten die Unis 10.630 Plätze anbieten, das Studium begonnen haben allerdings nur 4.379 Personen und damit 60 Prozent weniger als im Jahr davor. Im Studienfeld Pharmazie ist die Zahl der Anfänger im Vergleich zum Wintersemester 2012/13 um fast 50 Prozent zurückgegangen (1.370 Plätze bzw. 675 Anfänger), in Biologie um 39 Prozent (3.700 bzw. 2.049) und in der Architektur um rund 29 Prozent (2.020 Plätze, 1.731 Anfänger). In Informatik, wo alle Unis auf Zugangsbeschränkungen verzichtet hatten, gab es nur einen Rückgang um ca. drei Prozent.

Die ÖH sieht durch diese Zahlen ihre Befürchtungen bestätigt. “Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Zugangsbeschränkungen sind nicht nur sozial selektiv, sondern haben auch abschreckenden Charakter”, so Vize-Vorsitzende Viktoria Spielmann (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS). Die ÖH schlägt in einer Aussendung mehr Maturantenberatung und die Einführung einer “echten Orientierungsphase” anstelle des derzeitigen Modells vor. “Wir hoffen, dass sich die Bundesregierung genau überlegt, ob sie die heute auslaufenden Paragrafen zur Studienplatzfinanzierung wirklich repariert.” Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat allerdings erst seine Pläne bekannt gemacht, den Testlauf auf weitere Fächer ausweiten zu wollen.

(APA)

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