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Studie zeigt: Gebildete kommen Gesundheitssystem kaum billiger

Dass Wohlhabendere und Gebildete länger leben, kann man etwa in Wien beobachten.
Dass Wohlhabendere und Gebildete länger leben, kann man etwa in Wien beobachten. ©pixabay.com (Sujet)
Das Wifo hat sich angesehen, wie sich die ungleiche Nutzung des Gesundheitssystems in den Bildungsgruppen auf die zukünftige Entwicklung der Kosten auswirkt.

Das Ergebnis: Mehr Bildung hat einen leicht dämpfenden Effekt auf den Kostenanstieg. Viel stärker wirkt sich aber die erwartete Zunahme an gesunden Lebensjahren aus.

Lebenserwartung in Wiener Innenstadt am höchsten

Dass Wohlhabendere und Gebildete länger leben, kann man etwa in Wien beobachten: In der reichen Inneren Stadt ist die Lebenserwartung am höchsten, in Rudolfsheim-Fünfhaus oder Meidling müssen Frauen mit einem um sechseinhalb Jahre kürzeren Leben rechnen, Männer gar um sieben Jahre, so das Wifo unter Berufung auf Zahlen der Statistik Austria. "Ähnliche Größenordnungen sind immer dann anzutreffen, wenn die Sterblichkeit von Bevölkerungsgruppen mit stark unterschiedlichen sozio-ökonomischen Merkmalen verglichen wird", heißt es in der Untersuchung.

Nun wurde aber auch untersucht, wie sich dieser Status auf die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems und damit auf dessen Kostenentwicklung auswirkt. Wie erwartet zeigte sich, dass die Gesundheit der Personen mit höherem Bildungsniveau unabhängig vom Geschlecht deutlich besser ist als jene der anderen Bildungsgruppen. Entsprechend errechnete das Wifo, dass die Kosten zumindest bei Frauen mit höherer Bildung im Lebensverlauf um 13 Prozent niedriger sind als jene der Frauen mit höchstens Pflichtschulabschluss.

Deutlicher Anstieg bei Gesundheitskosten erwartet

Bei den Männern war das Muster nicht so eindeutig, alle Bildungsgruppen weisen im Längsschnitt annähernd gleich hohe Kosten auf. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Unterschiede nach Bildung in der Lebenserwartung der Männer stärker ausgeprägt sind als jene der Frauen und die höhere Lebenserwartung von Personen mit höherem Bildungsniveau die niedrigeren gesundheitlichen Ausgaben in den einzelnen Lebensphasen ausgleicht.

All das ändert nichts daran, dass das Wifo von einem deutlichen Anstieg der Gesundheitskosten der Bevölkerung in Österreich in den kommenden Jahrzehnten ausgeht. Die steigende Lebenserwartung spielt dabei eine zentrale Rolle. Die zukünftigen Veränderungen in der Bildungsstruktur haben hingegen laut den Erwartungen der Wirtschaftsforscher nur einen leicht dämpfenden Effekt auf den erwarteten Kostenanstieg.

Viel stärker sind die Auswirkungen der Annahmen zur zukünftigen Entwicklung der gesunden Lebensjahre, so das Wifo. Wenn bei steigender Lebenserwartung auch ein "langsameres" Altern angenommen wird, bei dem die gesunden Lebensjahre proportional steigen, verringern sich die Kosten am Ende des Betrachtungszeitraumes (2060) um etwa zehn Prozent, so die Forscher.

(APA/Red)

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