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Studie: Haushaltsausgaben sinken 2020/21 um 26 Milliarden Euro wegen Coronakrise

Wegen der Coronakrise gibt es laut einer aktuellen Studie geringere Haushaltsausgaben.
Wegen der Coronakrise gibt es laut einer aktuellen Studie geringere Haushaltsausgaben. ©Pixabay.com (Sujet)
Das Wiener Marktforschungsunternehmen Branchenradar prognostiziert nach Durchführung einer Studie in Österreich heuer um 15 Milliarden Euro und 2021 um 11 Milliarden Euro weniger Haushaltsausgaben durch die Coronakrise. Bei Dienstleistungen wird 2020 ein Umsatzminus von 8 Prozent, bei Investitionsgütern von 6,5 Prozent und bei Konsumwaren ein Erlösplus von 1,3 Prozent erwartet.

Dies sei aber eine "optimistische" Schätzung, etwa ohne eine zweite Welle an Infektionen, sagte Studienautor Andreas Kreutzer am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in Wien. "Jede Prognose ist nur eine Momentaufnahme." Kreutzer sieht aktuell die Konsumlaune "noch im Keller". Solange es eine "latente Bedrohungsgefahr" und keine Planungssicherheit gebe, würden die Konsumausgaben weiter verhältnismäßig niedrig bleiben. Wegen der hohen Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen hätten die Konsumenten auch weniger Geld zur Verfügung.

Verlierer und Gewinner der Coronakrise

Die Coronakrise wird im Einzelhandel heuer voraussichtlich am stärksten die Sparten Möbel (-5,3 Prozent weniger Umsatz), Bekleidung (-3,8 Prozent) und Hausrat (-1 Prozent) treffen. Zu den Krisengewinner zählen laut Branchenradar-Schätzung Videospiele (+7,7 Prozent), Nahrungsmittel (+7,1 Prozent), Medikamente (+6,2 Prozent) und Drogeriewaren (+1,3 Prozent)

Für den Handelsverband-Geschäftsführer ist die Umsatzprognose "auf der optimistischen Seite", die Rückmeldungen der Händler in den vergangenen Wochen würden verhaltener ausfallen. Erneut forderte der Branchenvertreter ein baldiges Konjunkturpaket, um den Konsum anzukurbeln. Die türkis-grüne Regierung müsse die Lohn- und Einkommenssteuer senken, einen 500-Euro-Österreich-Scheck für Geringverdiener einführen und die Lohnnebenkosten reduzieren, forderte Will. Eine temporäre Mehrwertsteuer-Senkung wie in Deutschland lehnt der Handelsverband ab, weil der temporäre Umstellungsaufwand zu hoch wäre.

Wirtschaftliche Hürden für die Handelsbranche

Auf drei wirtschaftliche Hürden für die Handelsbetriebe in den kommenden Monaten wies Will hin. Der Juni sei "für viele Händler kriegsentscheidend". Der staatliche Fixkostenzuschuss und das Kurzarbeitsgeld müssten deswegen so schnell wie möglich ausgezahlt werden, damit die Händler das Urlaubsgeld (13. Gehalt) finanzieren könnten. Ende September gibt es laut dem Handelsverband-Geschäftsführer die zweite Hürde, weil die Steuer- und Abgabenstundungen auslaufen. Drittens könnte das Weihnachtsgeld (14. Gehalt) dann noch "unzähligen Unternehmen zum Verhängnis werden".

Positive Nachrichten gibt es laut Will und Kreutzer vom heimischen Onlinehandel. In der Coronakrise konnten die österreichischen Händler im Online-Geschäft ihren Marktanteil steigern. Der heimischen Onlinehändlern zurechenbare Anteil bei den Paketen soll heuer von 22 auf 27 Prozent steigen. "Generell wird Corona heuer den Onlinehandel in allen Warengruppen anschieben. Der E-Commerce federt vielerorts Umsatzverluste im stationären Sektor ab", so Kreutzer. Der "Lockdown-Effekt" habe dazu geführt, dass heimische Onlinehändler Marktanteile von der internationalen Konkurrenz zurückgewinnen konnten.

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(APA/Red.)

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