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Studie: Die meisten Laufverletzungen im März

März der Monat mit den weitaus meisten Laufverletzungen.
März der Monat mit den weitaus meisten Laufverletzungen. ©pixabay.com (Symbolbild)
Die wärmeren Temperaturen locken zu Frühjahrsbeginn alljährlich viele Jogger auf die Laufstrecken. Daher hat aber auch der "Verletzungsteufel" nicht geschlafen, er schlug laut einer Studie oft im März zu.

Laut der im "Journals of Clinical Medicine" veröffentlichten Untersuchung der MedUni Wien und des Orthopädie-Zentrums Innere Stadt kam es im Vergleich zum Durchschnitt der anderen Monate zu mehr als doppelt so vielen Arztbesuchen. "Wer sich zum Beispiel auf den Marathon in Wien vorbereitet, hat im März das größte Laufpensum und die höchste Trainingsintensität", erläuterte Studienleiter Emir Benca von der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der MedUni Wien.

Laufverletzungen: Vor allem das Knie betroffen

Hier würden sich Überlastungsverletzungen, die bereits im Winter ihren Ursprung haben, bemerkbar machen. Besonders häufig handle es sich um Blessuren der Kniegelenke, zudem verletzen sich Frauen häufiger als Männer. Als Grundlage der Studie dienten der Auswertung Patienten-Daten vom Orthopädie-Zentrum Innere Stadt in Wien.

Diese Auswertung ergab unter den Läufern ein Durchschnittsalter von 33 Jahren, eine Lauferfahrung von rund sieben Jahren und ein wöchentliches Laufpensum von rund drei Stunden pro Woche. Die meisten Läufer liefen auf Asphalt (76 Prozent) und in den Abendstunden (38). Viele hatten eine Aufwärm- (51,6) und Abkühlroutine (44,9), dehnten sich vor (35,9) oder nach dem Lauf (83,7).

Von allen Verletzungen machten das retropatellare Schmerzsyndrom (Schmerz im Bereich der Kniescheibe) oder das umgangssprachlich als "Läuferknie" bezeichnete Ilio-tibiale Bandsyndrom sowie andere Kniebeschwerden 41,2 Prozent der Verletzungen aus. Danach kamen Blessuren am Fuß- und Sprunggelenk (25,6 Prozent), am Unterschenkel/Achillessehne (13) sowie Hüft- und Beckenbeschwerden (8,5) und andere Verletzungen.

Es wurden signifikante Zusammenhänge zwischen körperlichen Voraussetzungen und Verletzungsregionen festgestellt. "Menschen mit Skoliose, also Wirbelsäulenverkrümmung, hatten zum Beispiel eine deutlich größere Anfälligkeit für Wirbelsäulen-, Hüft- und Beckenverletzungen. Läufer mit O-Beinen hatten ein größeres Risiko für Kniegelenksverletzungen", erklärte Benca.

Frauen öfter verletzt als Männer

Der Überhang an verletzten Frauen gegenüber Männern war mit 56 Prozent deutlich, obwohl in Österreich laut Angaben der Studie mehr Männer als Frauen regelmäßig laufen gehen. "Frauen dürften für Laufverletzungen anfälliger sein", sagte dazu Studienautor Stephan Listabarth, mit einer Marathon-Bestzeit von 2:18:23 Stunden selbst Spitzenläufer. Eine Erklärung für die größere Verletzungsanfälligkeit von Frauen könnten demnach hormonelle Effekte sein oder anatomische Unterschiede, die die Biomechanik des Laufens beeinflussen.

Laut Listabarth seien die meisten Verletzungen nicht durch einen isolierten Risikofaktor bedingt, sondern entstehen durch eine Kombination aus Fehlstellungen, bereits vorangegangenen Verletzungen und einem falschen Trainingspensum. Listabarth: "Der Bewegungsapparat braucht eine gewisse Mindestbeanspruchung, um sich adaptieren zu können, während eine zu hohe Trainingsbelastung zur Ermüdung führt. Es gibt also so etwas wie eine 'goldene Mitte' in Bezug auf den Laufumfang."

(APA/Red)

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