Strom aus Sonne, Schlamm & Wald

"Durch den Bau des Geothermie-Kraftwerks Aspern wird Wien Energie den Anteil an erneuerbarer Energie im Fernwärmenetz auf 20 Prozent steigern", Helmut Miksits, Vorstandsdirektor Wiener Stadtwerk
"Durch den Bau des Geothermie-Kraftwerks Aspern wird Wien Energie den Anteil an erneuerbarer Energie im Fernwärmenetz auf 20 Prozent steigern", Helmut Miksits, Vorstandsdirektor Wiener Stadtwerk
Ein Erdwärmekraftwerk entsteht in Aspern, Sonnenkraftwerke in ganz Wien und ein Klärschlammkraftwerk in Simmering: Wien wird zur Klimahauptstadt.
Baubeginn für Geothermie-Kraftwerk in der Seestadt aspern
Wiener Hauptkläranlage soll sich ab 2020 selbst mit Strom versorgen

Fest steht: Der weltweite CO2-Ausstoß muss verringert werden, denn Kohlendioxid (CO2) fördert den Treibhauseffekt. Je mehr CO2 in der Atmosphäre, desto mehr steigen die Temperaturen an. Das hat bereits jetzt Auswirkungen auf unser Klima in Wien, wie man am Aussterben des Kuckucks sieht (siehe S. 20). Die Stadt Wien setzt deshalb seit Jahren auf Klimaschutz, um Schlimmeres zu verhüten. Vergangene Woche sind drei neue Kraftwerksprojekte gestartet. In Aspern wird künftig Erdwärme für das Heizen von 40.000 Wohnungen genutzt.  Wienweit geht das „Wiener Sonnen-Kraftwerk“ in Betrieb. Hier kann jeder mitmachen und sich an seinem eigenen Solarkraftwerk beteiligen. Mit 500 Euro ist man dabei und fördert damit den Bau von Solarkraftwerken auf den Dächern Wiens. Die Stadt Wien kümmert sich um den Rest: um den Standort, die Errichtung und die technischen Rahmenbedingungen. Der hier gewonnene Strom ist völlig klimafreundlich. Neben dem Beitrag zum Klimaschutz gibt es natürlich auch Bares. Der Erlös hängt von der Größe der jeweiligen Anlage ab (solarkraftwerk-wien.at).

Aus Schlamm wird elektrische Energie

Klimaschutz ist einfach. Weniger CO2 ausstoßen und weniger Energie verbrauchen, heißt die Devise. Und: Die benötigte Energie muss möglichst klimafreundlich erzeugt werden. Schon heute ist der Strom von Wien Energie zu 100 Prozent atomstromfrei. Die Heizkraftwerke erfüllen die strengsten Abgasnormen der Welt. Und die Kraft- Wärme-Kopplung sorgt für einen Wirkungsgrad von 85 Prozent. Dabei werden zwei Fliegen auf einem Schlag erwischt. Die Kraftwerke erzeugen Strom und Fernwärme gleichzeitig.

Das ist gut so. Aber es geht noch besser. Schlauer sind Kraftwerke, die das Klima überhaupt nicht schädigen. Sogar Schlamm wird bald zu Energie. Die Hauptkläranlage in Simmering wird derzeit umgebaut und wird ab 2020 genug Strom erzeugen, um keine Energie von außen mehr zu benötigen. Es wird sogar ein Überschuss gewonnen. Und das funktioniert so: Der Schlamm in der Kläranlage wird künftig in Behältern aufgeschichtet. Das Gas aus dem Schlamm treibt eine Turbine an, die elektrischen Strom erzeugt.

Eine weitere saubere Energieform ist die Wasserkraft. Das Kraftwerk Freudenau arbeitet nach dem Motto: Mach aus der Strömung Strom.

www.wienerbezirksblatt.at

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